Politik : Wieder fast 1000 Tote im Irak UN ziehen Terrorbilanz für Monat September

Bagdad/Istanbul - Der Irak versinkt immer mehr im Terror. Allein im September starben dort 979 Menschen als Folge von Terror und Gewalt. Das teilten die Vereinten Nationen am Dienstag mit. Mehr als 2100 Menschen wurden bei Anschlägen, Feuerangriffen und Attentaten verletzt. Unter den Todesopfern sind den Angaben zufolge 92 Angehörige der Sicherheitskräfte, die im Einsatz starben, sowie 127 Polizisten, die außerhalb ihrer Dienstzeit getötet wurden. Der vergangene Juli war mit 1057 Toten der blutigste Monat seit fünf Jahren gewesen.

Am Dienstag sprengten sich gleich vier Selbstmordattentäter vor einem Gebäude der Polizei in der Stadt Tikrit in die Luft. Ein Sicherheitsbeamter sagte, bei der Attacke seien fünf Polizeibeamte ums Leben gekommen. Seinen Angaben zufolge detonierte kurz nachdem die Attentäter ihre Sprengsätze gezündet hatten, noch eine Autobombe vor dem Gebäude der Einheit für die Sprengstoffbekämpfung. Anschließend hätten weitere Angreifer Mörsergranaten abgefeuert und versucht, das Gebäude zu stürmen. Die Polizisten hätten dies jedoch verhindern können. Die Angreifer seien entkommen, hieß es. Am Vortag waren bei einer Serie von Sprengstoffanschlägen in schiitischen Vierteln von Bagdad mehr als 50 Menschen getötet worden.

Der UN-Gesandte im Irak, Nikolai Mladenow, erklärte: „Politische, religiöse und zivile Führer müssen gemeinsam mit den Sicherheitskräften daran arbeiten, das Blutvergießen zu stoppen und dafür zu sorgen, dass sich alle irakischen Bürger gleichermaßen geschützt fühlen.“ Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte: „Jetzt ist eine gemeinsame Kraftanstrengung dringend vonnöten, um das Land und seine Bürger zu schützen und ein Abgleiten in einen Bürgerkrieg zu verhindern.“ Westerwelle verurteilte die Terrorwelle vom Montag, zu der sich zunächst niemand bekannte. dpa

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