Wieder lange Nächte in Baghdad : Keine Ausgangsperre mehr in irakischer Hauptstadt

Gute Nachrichten aus dem Irak: In Baghdad dürfen die Menschen wieder unbegrenzt auf die Straße. Seit Jahren galt eine nächtliche Ausgangssperre in der Hauptstadt. Die Iraker feiern die Neuerung euphorisch und haben dennoch Angst vor dem IS.

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Seit mehr als zehn Jahren dürfen die Menschen in Baghdad nachts nicht auf die Straße. Das ändert sich nun.
Seit mehr als zehn Jahren dürfen die Menschen in Baghdad nachts nicht auf die Straße. Das ändert sich nun.Foto: dpa

Ab Mitternacht ging nichts mehr in Baghdad. Seit mehr als zehn Jahren galt in der irakischen Hauptstadt eine nächtliche Ausgangssperre, mal begann sie schon um 21Uhr, zuletzt durfte niemand von Mitternacht bis fünf Uhr morgens aus dem Haus. Nun bekommen die Baghdadis aber wieder die Freiheit, in späten Stunden auf die Straße zu gehen.

General Saad Moan von der irakischen Armee sagte arabischen Medien, dass die Strategie gegen den Terror und die Gewalt im Irak neu aufgestellt werde: "Der Premierminister hat angeordnet, dass die Ausgangssperre für Baghdad sofort aufgehoben wird. Ab Samstag dürfen die Menschen nachts wieder spazieren". Die Sicherheitslage werde zwischen der neuen irakischen Regierung und den Behörden kontinuierlich evaluiert.

Der Sicherheitspolitiker Saad al Mutalabi sagte, dass sich die Bemühungen der Sicherheitskräfte nun auf die Entwaffnung der Bewohner in Baghdad konzentriere. Niemand wisse wie viele Waffen im Umlauf seien. Es gelte aber, dass der Staat sein Gewaltmonopol wieder erlangen soll. "Nur wir können für Sicherheit sorgen", sagte al Mutalabi der Zeitung al-Akhbar.

Eine Chance für den IS?

In Sozialen Medien zeigten sich die Bewohner Baghdads einerseits erleichtert: "Nun kehrt wieder das Leben zurück nach Baghdad", schrieb ein User. Viele Iraker zeigen sich auf Twitter aber auch besorgt: "Da der IS nicht weit von Baghdad wütet, finde ich diese Maßnahme nicht gut."

Die Aufhebung der Ausgangssperre kommt zeitgleich mit heftigen Gefechten der irakischen Armee gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat". Die Dschihadisten sind gefährlich nahe an die irakische Hauptstadt herangerückt, letztes Jahr standen sie fast vor den Toren der Stadt. Dennoch soll die neue Freiheit ein Zeichen setzen, dass Baghdad ein bisschen sicherer werde.

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