Politik : Wieder Zivilisten in Afghanistan getötet

Kabul/Kandahar - Bei einem Nato-Luftangriff im Süden Afghanistans sind nach Angaben von Dorfbewohnern 18 Zivilisten getötet worden. 22 weitere Bewohner im Bezirk Musa Kala in der Provinz Helmand seien verletzt worden, als Flugzeuge am Samstag einen Häuserkomplex bombardierten, berichteten Augenzeugen. Weder die örtliche Regierung noch die von der Nato geführte Schutztruppe Isaf bestätigten die Berichte.

Die Bundeswehr soll indes nach dem Willen von Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) zusätzliche Aufgaben im relativ ruhigen Norden Afghanistans übernehmen. Die Ausbildung der einheimischen Streitkräfte solle verstärkt werden, sagte ein Ministeriumssprecher. Nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ gehört zur geplanten Zusatzhilfe insbesondere der Aufbau von Militärschulen. Das Magazin „Der Spiegel“ berichtet darüber hinaus, dass auch Trainer für eine geplante Kampfbrigade in Kabul zur Verfügung gestellt werden sollen. Außerdem sollten weitere Außenstellen für „Aufbauteams“ der Bundeswehr eingerichtet werden. Dem „Spiegel“ zufolge sollen so Forderungen abgewehrt werden, deutsche Soldaten in den Kriegsgebieten Afghanistans einzusetzen. Der Ministeriumssprecher wollte sich zu Details nicht äußern. Der Vorstoß steht im Zusammenhang mit Überlegungen der Koalition, die deutschen Truppen in Afghanistan aufzustocken. SPD-Spitzenpolitiker wie Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Fraktionschef Peter Struck befürworten offenbar eine Anhebung der Obergrenze für das deutsche Isaf-Kontingent von derzeit 3500 auf 4000 Soldaten. In der CDU/CSU-Bundestagsfraktion kursiert gleichzeitig ein Papier, in dem die Aufstockung der 40 000 Mann starken internationalen Truppe in Afghanistan insgesamt gefordert wird. AFP/dpa

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