Politik : Wien untersucht Fall Kampusch

Wien - Gegen die Stimmen der in Wien mitregierenden konservativen Volkspartei (ÖVP) hat das österreichische Parlament die Einsetzung eines Ausschusses beschlossen, der unter anderem das mutmaßliche Versagen der Polizei im Fall der 1998 entführten Natascha Kampusch untersuchen wird. Die Sozialdemokraten von Bundeskanzler Alfred Gusenbauer stimmten am Montag zum Missfallen der ÖVP mit der Opposition, die den Ausschuss beantragt hatte. Das Kontrollgremium soll laut Nachrichtenagentur APA insgesamt 32 Fragen zum Versagen der Polizei und dem ihr vorgesetzten Innenministerium klären.

Die ÖVP hatte sich gegen die Einsetzung des Ausschusses gesträubt und sogar mit dem Auszug aus der großen Koalition in Wien gedroht. Die Konservativen werfen der SPÖ vor, sie wolle die ÖVP für Versäumnisse und mögliche Korruption während deren Regierungszeit bis Ende 2006 an den Pranger stellen. Ausgelöst wurde die Debatte über den Untersuchungsausschuss nach Enthüllungen des früheren österreichischen Kripochefs Herwig Haidinger. dpa

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