Politik : …wir heim zum Garten gehen

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In Velbert, das in NordrheinWestfalen liegt und nicht etwa in Nordkorea, ist am letzten Sonntag ein 64-jähriger Hobbygärtner dabei erwischt worden, wie er säckeweise Blumenerde vom Gelände eines Baumarktes stehlen wollte. Rentner, die nun schon Erde stehlen müssen – gibt es deprimierendere Indikatoren für eine verfehlte Wirtschafts- und Sozialpolitik? Nein, gibt es nicht.

Erschütternd genug, hat sich der Mann vor den ihm auflauernden Polizisten damit gerechtfertigt, er müsse dringend Tomaten pflanzen und könne damit nicht bis zum Montag warten. Offenkundig hatte er Hunger!

Ja, das sind sie leider – die immer wieder zu besichtigenden Resultate jahrelanger rot-grüner Misswirtschaft, mühsam nur unter der Decke gehalten durch einen allgegenwärtigen Polizeiapparat. Dem Vernehmen nach wurde der Velberter Rentner nur deshalb nicht mithilfe von eigens zur Rentnerjagd an Hubschraubern befestigten Wärmebildkameras dingfest gemacht, weil sich der Vorfall am helllichten Tage ereignete. Gut, dass darüber berichtet wurde. Wenigstens das.

Es ist ohnehin vernünftig, in diesen Tagen etwas genauer auf den Gartenbau in Nordrhein-Westfalen zu schauen. Der Gartenbau scheint dort schließlich eine vorentscheidende Rolle für den Machtwechsel zu spielen. Gerade hat der „Spiegel“ den CDU-Spitzenkandidaten Jürgen Rüttgers gemeinsam mit seinem Sohn Lucas, 9, beim Pflanzen von Stiefmütterchen abgelichtet. Das Bild, im Hintergrund ist eine Schubkarre auszumachen, wirkt so natürlich wie der aus dem Off von der an diesem Tag anwesenden „Frau des Hauses“ (unter wahlkampfhygienischen Gesichtspunkten kann man nur hoffen, dass es sich dabei um Frau Rüttgers gehandelt hat) gesprochene Kommentar: „Mach es bitte ordentlich, sonst kann ich alles zweimal machen.“

Gut wäre es freilich schon, könnte Rüttgers oder wenigstens die Frau des Hauses oder besser noch Frau Rüttgers für alle Fälle eine Baumarktquittung über mindestens einen Sack Blumenerde vorweisen. Falls da irgendwann mal jemand nachfragen sollte. Sonst droht alsbald eine Baumarkt- oder auch Blumenerdenaffäre, eventuell gar ein Untersuchungsausschuss. Der Satz der Frau des Hauses, bei Verfehlungen alles zweimal machen zu können, hilft dann, jedenfalls unter machttechnischen Gesichtspunkten, auch nicht mehr viel weiter. Und Rentner müssten wieder hungern. Vbn

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