Politik : „Wir lassen Afghanistan nicht im Stich“

Berlin - Im Auswärtigen Amt in Berlin haben sich am Dienstag Vertreter von mehr als 50 Staaten getroffen, um über die Entwicklung in Afghanistan zu beraten. In einer Abschlusserklärung ermunterten die Teilnehmer die Afghanen, den politischen Prozess zur Aussöhnung zwischen den verfeindeten Gruppen fortzusetzen. Erstmals nahm auch der neue US-Beauftragte für Afghanistan und Pakistan, James Dobbins, teil.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) verwies auf die bereits erzielten Erfolge der Staatengemeinschaft beim demokratischen Aufbau Afghanistans. Dauerhafter Frieden sei aber noch nicht erreicht. Er versprach, Deutschland werde Afghanistan auch nach dem im kommenden Jahr geplanten Abzug der internationalen Schutztruppe Isaf unterstützen. „Wir werden Afghanistan nach 2014 nicht im Stich lassen“, sagte Westerwelle. Dies sei in Berlin Konsens jenseits aller Parteigrenzen, fügte er hinzu und deutete damit an, dass Deutschland auch im Falle eines Regierungswechsels im Herbst zu seinem Engagement stehen wird.

Die Bundesregierung hatte erst kürzlich konkrete Zusagen für künftige militärische Ausbildungshilfen gemacht. Maximal 800 Bundeswehrsoldaten sollen im Land stationiert bleiben und den Aufbau der afghanischen Sicherheitskräfte weiter begleiten. Afghanistans Vize-Außenminister Dschawed Ludin dankte Deutschland und anderen Ländern für die Unterstützung. Der nächste kritische Punkt des Friedensprozesses stehe in elf Monaten an, wenn ein Nachfolger für Präsident Hamid Karsai gewählt wird. Mit Blick auf die massiven Manipulationsvorwürfe bei früheren Wahlen sagte Ludin: „Es gibt keine Alternative zu fairen Wahlen.“ uls

0 Kommentare

Neuester Kommentar