Politik : Wir sitzen doch alle im selben Auto - und Atmen dieselbe Luft (Kommentar)

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Ohne Auto, ohne immer mehr Autos kommen die Deutschen nicht aus. Jedenfalls die meisten; und sie brauchen die Vehikel wohl noch ziemlich lange Zeit. Das stört viele, die sich dem Umweltschutz verschrieben haben - aber auch sie werden das vorerst nicht ändern. Also sollten die Autos wenigstens sauberer sein. Insofern ist die ungewohnte Allianz von Umweltverbänden, Autoindustrie und ADAC zu begrüssen, die sich für eine rasche Einführung schwefelarmer Kraftstoffe einsetzt. Die Luft würde sauberer, die Sommersmoggefahr geringer - und damit die Wahrscheinlichkeit verordneter Fahrverbote. Immerhin stößt ein Diesel-Laster heute zehn Kilo Schwefel im Jahr aus, mit neuem Kraftstoff sollen es nur noch 200 Gramm sein. Der Katalysator hat gezeigt, dass steuerliche Anreize sinnvolle Neuerungen entscheidend voranbringen. Die könnten auch diesmal helfen. Allerdings sollte die Regierung nicht unbedingt darüber nachdenken, ob dieser Sprit noch billiger angeboten wird. Immerhin steht es um die Finanzen nicht besonders. Statt dessen sollte weniger sauberer Kraftstoff teurer werden. Dann ist auch die Lenkungswirkung höher. Denn die Erfahrungen mit der ersten Stufe der Ökosteuerreform haben gezeigt, dass sechs Pfennig Aufschlag auf den Benzinpreis offenbar keinen Autofahrer beeindrucken. Und so ganz sollte man ohnehin - trotz aller Lust an der sitzenden Mobilität - nicht vergessen, dass es am saubersten zugeht, wenn ein Auto gar nicht fährt.

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