Politik : „Wir werden uns mit aller Kraft wehren“

Minister Struck warnt die Rebellen im Kosovo / Deutsches Vorauskommando eingetroffen

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Berlin (dpa). Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) hat die Lage im Kosovo als äußerst instabil bezeichnet. Er halte zwar im Moment eine bewaffnete Auseinandersetzung zwischen KosovoAlbanern und Serben für unwahrscheinlich, sagte er der „Bild am Sonntag“. Zugleich richtete er jedoch eine scharfe Warnung an die Kämpfer der verbotenen kosovo-albanischen UCK-Armee: „Jeder Kämpfer muss wissen, dass sich die Nato und auch die Bundeswehr mit aller Kraft wehren werden.“

Internationale und örtliche Quellen berichteten unterdessen am Samstag übereinstimmend, dass sich die Lage in der serbischen Krisenprovinz nach den dreitägigen Unruhen weitgehend beruhigt hat. Die von der Nato geführte Friedenstruppe Kfor habe jetzt die Situation im Kosovo vollständig unter Kontrolle.

Nach einer Bilanz des Sprechers der Friedenstruppe Kfor, Horst Pieper, sind bei den Unruhen in der von den Vereinten Nationen verwalteten Provinz 28 Serben und Albaner ums Leben gekommen und mehr als 600 Zivilisten verletzt worden. Bei den Zwischenfällen seien auch mehr als 60 Kfor-Soldaten und über 100 Polizisten verletzt worden. Bestätigt wurde ferner die Zerstörung von 16 serbischen Kirchen und mehr als 100 Wohnhäusern. Mehrere hundert Serben mussten aus ihren von Albanern niedergebrannten Wohnungen flüchten.

Rund 60 Bundeswehrsoldaten aus Hagenow in Mecklenburg-Vorpommern wurden am Samstag in das Kosovo verlegt. Das Vorauskommando für insgesamt etwa 600 zusätzliche Soldaten landete in der mazedonischen Hauptstadt Skopje und machte sich dann auf den Weg in das Kosovo. Das deutsche Kontingent dort soll auf insgesamt 3800 Kräfte verstärkt werden.

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