Wirbel um Freiflüge : Politiker fordern Rücktritt von Bsirske

Während die Lufthansa-Angestellten zu Hause für besseren Lohn streiken, macht es sich Verdi-Chef Bsirske in der Ersten Klasse der Airline bequem. Zahlen musste er als Mitglied des Aufsichtsrats nichts. Nun fordern Politiker seinen Rücktritt.

Bsirske
Frank Bsirske: Politiker fordern seinen Rücktritt. -Foto: Rückeis

BerlinDer Streik bei der Lufthansa ist vorbei, jetzt sorgt der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, für Schlagzeilen. Politiker von Union und FDP kritisierten die angeblichen Gratisflüge Bsirskes und forderten seinen Rücktritt als Gewerkschaftschef.

Bsirske und seine Ehefrau sollen am 8. Juli über Frankfurt und Los Angeles Richtung Südsee aufgebrochen sein, berichtete "Bild"-Zeitung am Freitag. Platz nahm das Ehepaar auf der Strecke zwischen Frankfurt und Los Angeles demnach in der Ersten Klasse - inklusive Schlafsessel, Kaviarmenü und Champagnerservice. Als Arbeitnehmervertreter ist Bsirske stellvertretender Vorsitzender des Lufthansa- Aufsichtsrats. Die kostenfreien Flüge in der Ersten Klasse für sich und seine Ehefrau stünden ihm daher zu, so das Blatt.

Der CSU-Wirtschaftsexperte Hans Michelbach sagte der "Bild"-Zeitung: "Bsirske agiert nach dem Motto: links reden, rechts leben. Eigentlich müsste er jetzt zurücktreten. Er hat seine Leute während des Arbeitskampfes im Stich gelassen." FDP-Generalsekretär Dirk Niebel sagte der Zeitung: "Herr Bsirske soll in der Südsee bleiben. Wenn er jetzt nicht zurücktritt, sollten ihm die Gewerkschafter den Stuhl vor die Tür setzen." Der CDU-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Parlamentskreises Mittelstand, Michael Fuchs, verlangte Bsirskes Rückzug aus dem Lufthansa-Aufsichtsrat. "Das Verhalten ist unglaublich. Ich fordere Herrn Bsirske auf, sein Aufsichtsrats-Mandat bei Lufthansa niederzulegen", sagte Fuchs der Zeitung.

Eine Verdi-Sprecherin bestätigte am Freitag in Berlin lediglich, dass Bsirske im Urlaub sei. Zum Ziel und den Konditionen der Reise wollte die Verdi-Pressestelle keine Angaben machen. Auch bei der Airline wollte man sich nicht äußern. "Das kommentieren wir nicht, Flugdaten von Passagieren geben wir grundsätzlich nicht heraus", sagte ein Lufthansa-Sprecher in Frankfurt am Main. Am 11. August wollen Bsirske und seine Frau "Bild" zufolge wieder in Deutschland sein. Auch für den Rückflug sollen Gratistickets gebucht sein. (nim/dpa/AFP)

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