Wirbelsturmopfer : Birma lässt sich helfen - ein bisschen

Die Asean-Staaten sollen die Hilfe für Birma koordinieren. In Gedenken an die Opfer hat die Junta Staatstrauer angeordnet. / Junta ordnet Staatstrauer an. Am Mittwoch kann UN-Generalsekretär Ban Ki Moon das Irrawaddy-Delta besuchen.

Moritz Kleine-Brockhoff
Birma Foto: dpa
Viel zu seltenes Bild: Birmanerin nach der Ausgabe von Hilfsmitteln. -Foto: dpa

RangunDie birmanische Militärregierung hat am Montag eine dreitägige Staatstrauer für die Opfer des verheerenden Zyklons „Nargis“ angekündigt. Diese werde am Dienstag beginnen, hieß es im staatlichen Fernsehen. Im ganzen Land würden die Flaggen dann auf Halbmast gesetzt. Unterdessen schien der internationale Druck auf die Junta langsam Wirkung zu zeigen: UN-Generalsekretär Ban Ki Moon wurde für Mittwoch ein Besuch im verwüsteten Irrawaddy-Delta erlaubt, und die Generäle sagten auch eine Zusammenarbeit mit der Staatengemeinschaft Asean zu. Die Militärjunta will auf einer Geberkonferenz Spenden für die Zyklon-Opfer sammeln. Auf einer Krisensitzung der Asean-Staaten sei beschlossen worden, die Konferenz mit den Vereinten Nationen am 25. Mai in Rangun zu veranstalten, sagte der singapurische Außenminister George Yeo. Birma habe sich bereit erklärt, medizinische Teams einreisen zu lassen.

Der französische Außenminister Bernard Kouchner forderte den UN-Sicherheitsrat auf, auch gegen den Willen der birmanischen Regierung der notleidenden Bevölkerung zu helfen. Die Junta mache sich der „unterlassenen Hilfeleistung“ für Menschen in Gefahr schuldig, weil sie ausländischen Helfern keinen ausreichenden Zugang zu den vom Wirbelsturm verwüsteten Gebieten gewähre, schrieb Kouchner in einem Namensartikel für die Zeitung „Le Monde“.

Birmas Außenminister General Nyan Win sagte seinen Asean-Kollegen Kooperation und weitergehende Öffnung seines Landes für internationale Sturmhilfe zu. „Die Außenminister sind übereingekommen, unter Asean-Führung einen Koordinierungsmechanismus zu schaffen, der Nutzung und Verteilung von Hilfe der internationalen Gemeinschaft inklusive Rettungskräften ermöglichen wird“, heißt es in einer entsprechenden Erklärung der Staatengemeinschaft. Die Erklärung enthält eine Einschränkung, die nicht näher erläutert wurde: „Internationale Hilfe, gegeben über Asean, sollte nicht politisiert werden. Auf dieser Basis wird Myanmar internationale Hilfe akzeptieren.“ Die Militärjunta nennt Birma Myanmar. Asean-Generalsekretär Surin Pitsuwan soll die Initiative des Staatenbundes zusammen mit den UN und mit Birma umsetzen. Das neue Vorgehen zielt auch auf Zugang für Ausländer zum Irrawaddy-Delta ab: „Myanmar sollte mehr internationale Rettungskräfte in den getroffenen Gebieten erlauben, weil der Bedarf dort am dringendsten ist.“ Als Auftakt habe Birmas Regierung der sofortigen Entsendung von medizinischem Personal aus allen Asean-Staaten zugestimmt. Bislang hatten viele Helfer aus Malaysia, Singapur und Indonesien genau wie westliche Experten entweder vergeblich auf Visa gewartet oder nach Ankunft in Birma keinen Zugang zu dem Irrawaddy-Delta bekommen, dem schlimmsten Katastrophengebiet.

In Birma hat derweil John Holmes, der UN-Untergeneralsekretär für humanitäre Angelegenheiten, am Montag erstmals Katastrophengebiete besucht. Nach UN-Angaben müssen in den Gegenden, die Anfang des Monats von dem Zyklon „Nargis“ verwüstet wurden, bis zu 2,5 Millionen Überlebende versorgt werden. „Hilfsaktionen bleiben durch ungenügenden Zugang behindert“, heißt es in einer UN-Erklärung.

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben