Politik : Wird Blair nächste Woche katholisch?

London - Großbritanniens Noch-Premierminister Tony Blair will sich nach Zeitungsberichten von Papst Benedikt XVI. den Segen für seinen baldigen Übertritt zum Katholizismus geben lassen. Blair, der Anglikaner ist, wolle den Wechsel zur Religion seiner Ehefrau Cherie kurz nach der geplanten Niederlegung seines Amtes als Regierungschef am Mittwoch bekannt geben. Blairs Büro wollte entsprechende Berichte des „Daily Telegraph“ und des „Guardian“ vom Freitag weder bestätigen noch dementieren.

Spekulationen über Blairs Austritt aus der anglikanischen Kirche gibt es in Großbritannien seit langem. Sie gehen unter anderem auf Äußerungen des Hausgeistlichen seiner römisch-katholischen Frau zurück, wonach Blair gemeinsam mit ihr an katholischen Messen teilnehme und sich über Möglichkeiten eines Wechsels zum Katholizismus erkundigt habe. Der Premier gilt ähnlich wie sein US-Verbündeter Präsident George W. Bush als streng gläubig. Im Gegensatz zu Bush hat sich Blair jedoch in seiner Politik nicht ausdrücklich auf Gott bezogen.

Rund 72 Prozent der Briten sind Christen. Die meisten sind allerdings Anhänger der anglikanischen Kirche. Sie ist in England auch Staatskirche. Obwohl es keine verfassungsrechtlichen Hürden für einen Wechsel des Regierungschefs zum Katholizismus gibt, werde Blair mit dem Schritt warten, bis er nicht mehr im Amt sei, erklärten den Zeitungen zufolge informierte Kreise in der britischen Hauptstadt. Als das Büro von Blair im Mai dessen mittlerweile zweiten Besuch beim Papst bekannt gab, hatte es dazu erklärt, dass es um „interreligiöse Angelegenheiten“ im Vorfeld einer in Großbritannien geplanten Konferenz über den Islam gehe. Blair ist für die Zeit nach seinem Regierungsamt seit einigen Tagen auch als möglicher neuer Sonderbeauftragter des sogenannten Nahostquartetts im Gespräch. dpa

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