Politik : Wird eine Frau Präsidentin in Liberia?

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Johannesburg/Monrovia - Bei der Stichwahl um die Präsidentschaft in dem westafrikanischen Staat Liberia zeichnet sich eine Überraschung ab: Die Wirtschaftsexpertin Ellen Johnson-Sirleaf könnte die erste gewählte Präsidentin eines afrikanischen Staates werden. Nach Auszählung von etwa 90 Prozent der Stimmen lag die 66-Jährige mit etwa 59 Prozent deutlich vor dem bisher als Favoriten geltenden Ex-Fußballstar George Weah. Das teilte die Wahlkommission in Monrovia mit. Johnson-Sirleaf erklärte sich am Abend bereits zur Siegerin. Etwa 1,3 Millionen Liberianer waren zur ersten Wahl seit Ende des 14 Jahre dauernden Bürgerkriegs aufgerufen.

Der 39-Jährige Weah reichte eine offizielle Beschwerde ein und warf der Gegenpartei Wahlfälschung vor. „Die Welt behauptet, dieser Urnengang sei frei und fair gewesen“, sagte er in Anspielung auf das Urteil einer fast 400-köpfigen internationalen Beobachterkommission: „Das ist aber keineswegs der Fall.“ Den Vorwürfen des als Sieger aus dem ersten Wahlgang hervorgegangenen Kandidaten zufolge soll Johnson-Sirleafs Partei Wahlurnen präpariert und ausgetauscht haben.

„No Weah! No peace“, sangen Weah- Anhänger am Donnerstag in den Straßen von Monrovia: Zur Beobachtung der angespannten Lage sandte die 15 000 Mann starke UN-Friedenstruppe in Liberia mehrere gepanzerte Fahrzeuge. Der britische Rundfunksender BBC berichtete, Blauhelme der Vereinten Nationen hätten eine Gruppe protestierender Anhänger gewaltsam auseinander getrieben. die/dpa

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