Politik : Wird Snowden russischer Staatsbürger? Putin betont Recht auf eigene Außenpolitik

Behördensache. Die Prüfung des Asylgesuchs kann drei Monate dauern.Foto: rtr Foto: REUTERS
Behördensache. Die Prüfung des Asylgesuchs kann drei Monate dauern.Foto: rtrFoto: REUTERS

Moskau - Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden könnte nach Angaben eines ihm nahestehenden Anwalts die russische Staatsbürgerschaft beantragen. „Er hat diese Möglichkeit nicht ausgeschlossen“, sagte der in dem Fall vermittelnde Anwalt Anatoli Kutscherena am Mittwoch in Moskau. Russlands Präsident Wladimir Putin signalisierte, dass er sich vom Drängen der US-Regierung zur Auslieferung Snowdens nicht beeindrucken lassen werde. Kutscherena sagte, Snowden habe ihm gesagt, er wolle „von Russland nirgendwohin gehen“. Er zeigte sich zuversichtlich, dass der Computerspezialist bald den Transitbereich des Moskauer Flughafens Scheremetjewo verlassen könne.

Snowden sitzt dort seit dem 23. Juni fest, da die USA seine Reisedokumente für ungültig erklärten. Die Beantragung eines vorläufigen Asyls sei „relativ einfach“, sagte der Anwalt, der Snowden am Dienstag bei der Einreichung der erforderlichen Papiere unterstützte. Innerhalb von sieben Tagen erhalte er die Bestätigung, dass seine Dokumente akzeptiert worden seien, sagte Kutscherena. Mit dieser Bestätigung könne er dann den Flughafen verlassen und sich frei in Russland bewegen. Die Prüfung des Antrages könnte nach Angaben der russischen Behörden bis zu drei Monate dauern.

Während die USA weiter die Überstellung des Informanten Snowden fordern, hebt Präsident Wladimir Putin die Bedeutung der Beziehungen beider Länder hervor. „Meiner Meinung nach sind die Beziehungen zwischen Staaten viel wichtiger als das Gezanke über die Aktivitäten von Geheimdiensten“, sagte Putin laut der Nachrichtenagentur RIA Nowosti. „Russland hat eine unabhängige Außenpolitik und wird diese weiterverfolgen. Ich hoffe, unsere Partner verstehen dies und werden dies ruhig und mit Verständnis bewerten.“ Die USA aber zeigen wenig Verständnis und bleiben bei ihrer Linie. „Wir glauben, dass es eine hinreichende rechtliche Begründung für Herrn Snowdens Rückkehr in die USA gibt“, sagte der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Jay Carney. AFP/dpa

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