Politik : „Wirklich grotesk“

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Auch die ausländische Presse beschäftigt sich mit den Turbulenzen um die Regierungsbildung in Deutschland:

The Times, London : „Eine Neuwahl ist besser als eine dem Untergang geweihte große Koalition. (...) Dieser lieblosen politischen Ehe ist die Scheidung vorbestimmt.“

Le Monde, Paris : „Wenn der Reigen um die Ministerien neu beginnt, kann das gesamte Gebäude einstürzen. Deutschland, das seit der Neuwahl-Ankündigung vor fünf Monaten faktisch keine Regierung mehr hat, würde sich dann auf eine Neuwahl und eine lange Zeit der Lähmung zubewegen, die weder das Land noch die Partner in Europa gebrauchen können.“

Corriere della Sera, Mailand : „Herzlich willkommen im neuen Deutschland, wo das Totem der Stabilität und politischen Vorhersehbarkeit momentan wie ein leeres Trugbild erscheint.“

El País, Madrid : „Das Projekt einer großen Koalition in Deutschland gleicht einer Dynamitstange, die an beiden Enden eine brennende Lunte hat. (...) Es wäre nicht verwunderlich, wenn Angela Merkel letzten Endes gestärkt aus der Kraftprobe hervorginge.“

Wall Street Journal Europe, Brüssel : „Der Rücktritt (Münteferings) von seinem Parteiamt gefährdet nicht nur jede Hoffnung auf Reformen in Deutschland, sondern auch die auf Bildung einer stabilen Regierung. Wirklich grotesk.“

Information, Kopenhagen : „Deutschland ist heute ein Land am Rande des Nervenzusammenbruchs.“

Basler Zeitung : „Die große Koalition - die ohnehin auf schwachen Beinen stand - ist zu einem gänzlich unkalkulierbaren Risiko für die CDU-Vorsitzende geworden.“ nidi/dpa

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