Politik : Wirtschaft, Kirchen und DGB plädieren für Elterngeld

Hans Monath

Berlin - Wichtige Vertreter von Wirtschaft, Gewerkschaften und Kirchen haben Union und SPD aufgefordert, trotz der angespannten Finanzlage in einer großen Koalition den Ausbau der Kinderbetreuung weiter voranzutreiben und ein Elterngeld einzuführen. Der Ausbau des Betreuungsangebotes und die Einführung des Elterngeldes seien „für eine moderne Familienpolitik zentral“, sagte DGB- Chef Michael Sommer dem Tagesspiegel. „ Mit einem Elterngeld, das sich am Verdienst orientiert, könnten mehr Männer und Frauen gewonnen werden, sich für Kinder zu entscheiden.“

Zum anderen brauche Deutschland „gerade für berufstätige Eltern ein viel enger geknüpftes Netz an Betreuungsmöglichkeiten“. Auch die Qualität des Angebots müsse besser werden. Ihm sei bewusst, dass diese Entscheidungen viel Geld kosteten, sagte der DGB-Chef: „Aber: Wir müssen es uns endlich leisten, richtig in die Zukunft unserer Kinder zu investieren.“

Auch die Kammer für soziale Ordnung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sprach sich für die Einführung eines Elterngeldes aus. „Neben dem Elterngeld darf der Ausbau der Kinderbetreuung nicht vernachlässigt werden“, forderte Kammer-Sprecher Gert G. Wagner. Auch bei der Finanzplanung in den Koalitionsverhandlungen müsse dem Elterngeld Priorität eingeräumt werden. „Das Elterngeld ist ebenso eine Zukunftsinvestition, wie das Bildung und Forschung sind“, sagte Wagner, der Forschungsdirektor am DIW Berlin ist.

Dem Aufruf der Evangelischen Aktionsgemeinschaft für Familienfragen (eaf) zum Elterngeld hat sich nach eaf-Angaben inzwischen auch Roland Berger angeschlossen. Der Unternehmensberater ist Gründer und Chairman von Roland Berger Strategy Consultants.

Die Verhandlungsgruppe von Union und SPD hat sich nach Tagesspiegel-Informationen bereits darauf geeinigt, ein Elterngeld einzuführen, Mehrgenerationen-Häuser zu schaffen und den Kinderzuschlag für Geringverdiener weiter zu zahlen. Allerdings stehen die in der Arbeitsgruppe unstrittigen Vorhaben unter Finanzierungsvorbehalt.

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