Politik : Wirtschafts- und Sozialpolitik: Blüm warnt CDU vor "Verrat am C"

Der ehemalige Bundesarbeitsminister Norbert Blüm (CDU) hat einen Kurswechsel seiner Partei in der Wirtschafts- und Sozialpolitik gefordert. Das Wort Umverteilung dürfe nicht "tabuisiert" werden, sagte er dem "Stern". "Wir sollten bei der Besteuerung großer Vermögen härter rangehen. Deshalb kann man sehr wohl über eine höhere Erbschaftssteuer mit hohen Freibeträgen reden". Dabei gehe es nicht um "Oma ihr klein Häuschen". Seine Partei propagiere Fairness an Stelle von Gerechtigkeit, monierte Blüm. "Wenn Gerechtigkeit nicht mehr der Stachel im Fleisch der CDU ist, dann ist sie eine Wirtschaftspartei". Solange mit der Forderung nach mehr Flexibilität und Mobilität - etwa von Fraktionschef Friedrich Merz - "nur Kürzungen von Löhnen und Sozialleistungen" verstanden werde, sage er: "Nicht mit mir". In der CDU müsse es nicht nur um Management, sondern auch um Wertvorstellungen gehen. "Sonst wäre das ein Verrat am C", mahnte Blüm, der sich entschieden hat, nicht mehr für den Bundestag zu kandidieren.

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