Wirtschaftsweise : Koalitionspolitiker lehnen Vorschlag zur Rente mit 69 ab

19.05.2011 14:25 UhrVon Christian Tretbar
Immer der Reihe nach. Erst soll die Rente mit 67 mal umgesetzt werden, dann könne man weiter sehen. Foto: ddp
Immer der Reihe nach. Erst soll die Rente mit 67 mal umgesetzt werden, dann könne man weiter sehen. - Foto: ddp

In Union und FDP gibt es Kritik am Vorschlag der Wirtschaftsweisen, das Renteneintrittsalter ab 2060 auf 69 Jahre anzuheben. Sogar von einer "gefährlichen Debatte" ist die Rede.

Dass ihr Vorschlag, dass Renteneintrittsalter auf 69 Jahre anzuheben, nicht auf ganz große Unterstützung in der Politik treffen würde, dürfte den Wirtschaftsweisen klar gewesen sein. Trotzdem haben sie ihre Empfehlung abgegeben, die Menschen ab dem Jahr 2060 erst mit 69 Jahren in die Rente zu schicken.

Für Ingrid Fischbach, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Union, kommt eine Entscheidung darüber nicht in Frage. "Bevor wir über die Rente mit 69 reden, müssen wir erst einmal die Rente mit 67 ordentlich auf den Weg bringen", sagte Fischbach dem Tagesspiegel.

Im Jahr 2040 könnten sich die Bundestagsabgeordneten dann darüber Gedanken machen. "Jetzt darüber zu diskutieren, halte ich für falsch", erklärte Fischbach. Sie hält die Debatte sogar für riskant. "Das Gefährliche an der Debatte ist, dass viele jetzt nur die Überschriften lesen und sich so das Thema manifestiert, wonach die Politik plane, die Rente mit 69 einzuführen", sagte Fischbach und stellt klar: "Dem ist aber nicht so." Wichtiger sei jetzt die Einführung der Rente mit 67. Da müsste keine Überzeugungsarbeit mehr geleistet werden. "Wir müssen aber noch Perspektiven entwickeln für die Berufe, bei denen klar ist, dass die Menschen nicht bis zum 67. Lebensjahr arbeiten können. Da geht es um Weiter- und Fortbildungsmöglichkeiten", erklärte die Fraktionsvize.

Auch andernorts in der schwarz-gelben Koalition stößt der Renten-Vorschlag auf Kritik. Der FDP-Sozialexperte Heinrich Kolb sagte der "Bild"-Zeitung, für entsprechende Prognosen sei es "noch viel zu früh". "Ohnehin wäre es besser, wenn die Menschen für sich selbst entscheiden können, wann sie in den Ruhestand gehen“, sagte Kolb.

Die fünf Wirtschaftsweisen hatten am Mittwoch eine Expertise vorgelegt, in dem ein Renteneintrittsalter von 68 im Jahr 2045 und von 69 im Jahr 2060 vorgeschlagen wird.

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