Wissenschaftlicher Nachwuchs : Bund und Länder finanzieren 1000 neue Professuren

Lange wurde über das Tenure-Track-Programm für Nachwuchswissenschaftler verhandelt. Jetzt steht es - und soll zu einem "Kulturwandel" führen.

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Berlin - Bund und Länder haben sich auf zwei Programme geeinigt, die „den Wissenschaftsstandort Deutschland im internationalen Wettbewerb ein gutes Stück voranbringen“ sollen, wie Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) am Freitag in Berlin sagte. Mit einer Milliarde Euro will der Bund in den kommenden 15 Jahren 1000 zusätzliche „Tenure-Track-Professuren“ an den Universitäten fördern. 550 Millionen Euro sollen in einen Wettbewerb für „Innovative Hochschulen“ fließen, der für Fachhochschulen sowie kleine und mittlere Universitäten ausgerichtet wird.

Auf jeden Nachwuchsprofessor wartet eine Dauerstelle

Der Bund finanziert die ersten acht Jahre der Professuren. Auf diesen Stellen werden Nachwuchswissenschaftler nach der ersten sechsjährigen Phase von einer Juniorprofessur auf eine Dauerstelle übergeleitet, sofern sie sich in Lehre und Forschung bewähren (Tenure Track). Die Länder haben sich verpflichtet, diese Stellen zu verstetigen: Zum einen stellen sie für jede Nachwuchsprofessur von vornherein Dauerstellen zur Verfügung, die sie nach zwei Jahren aus dem Landeshaushalt weiterfinanzieren. Zum anderen müssen die Hochschulen schon bei der Bewerbung um die Bundesförderung zusagen, dass sie frei werdende Tenure-Track-Stellen neu ausschreiben. Das Programm werde bundesweit zu planbaren und verlässlichen Karrierewegen und somit zu einem „Kulturwandel“ führen, sagte Bremens Wissenschaftssenatorin Eva Quante-Brandt (SPD). Nach der Einigung der Wissenschaftsminister in der Gemeinsamen Wissenschaftskommission treffen die Länderchefs und die Bundeskanzlerin am 16. Juni die endgültige Entscheidung.

Berlins Senatorin kritisiert Hochschul-Programm

Oppositionsvertreter und Gewerkschaften kritisierten das Professoren-Programm als nicht ausreichend. Die Aussicht auf einen Verbleib im Wissenschaftssystem würde sich damit nur für einen sehr kleinen Teil verbessern, erklärte etwa die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack. Berlins Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hätte sich beim Innovations-Wettbewerb „eine klare Fokussierung auf die Fachhochschulen sowie ein größeres Volumen“ gewünscht.

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