Politik : WM-Fanfeste werden überwacht

Robert Ide/Frank Jansen

Berlin - Die Sicherheitsmaßnahmen in den Städten bei der Fußball-WM werden noch einmal verschärft. „Wir streben an, bei jedem Fanfest den Zugang zu kontrollieren und die Plätze per Video zu überwachen“, sagte August Hanning, Staatssekretär im Bundesinnenministerium, am Freitag. Bei den Festen in den zwölf WM-Austragungsorten und in anderen Städten sollen Fans, die keine Tickets bekommen haben, die Spiele vor Großbildleinwänden verfolgen. Dies sei eine neue Herausforderung für die Sicherheitsbehörden, sagte Hanning zum Abschluss einer WM-Sicherheitskonferenz in Berlin.

Zum ersten Mal hatte es bei der WM 2002 in Südkorea und Japan Feste für zehntausende Fans gegeben. Dort wurden strenge Kontrollen durchgeführt. „Wir haben keine Betrunkenen auf die Plätze gelassen“, berichtete der südkoreanische Sicherheitskoordinator Min Jang. Er schlug vor, die Kontrollen in deutschen Städten ähnlich genau wie in den Stadien durchzuführen. Sicherheitsexperten fürchten, dass insbesondere Hooligans, die nicht in die Stadien gelangen, auf die Feste ausweichen. „Wir werden jede Veranstaltung daraufhin eingehend prüfen“, versprach Hanning.

Zur Beobachtung der ausländischen Fans werden 220 Beamte aus allen Teilnehmerländern nach Deutschland kommen. Sie sollen mit der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze beim Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen kooperieren, um die Hooligan-Szene unter Kontrolle zu halten. Der Bundespolizei werden noch 300 EU-Kollegen bei der Sicherung von Grenzen, Bahnhöfen und Flughäfen zur Seite stehen. Sie dürfen im Ernstfall auch Randalierer festnehmen.

Allein aus England werden 83 Beamte erwartet, davon 48 in Uniform. „Auch drei britische Staatsanwälte reisen an, um den Deutschen zu helfen“, sagte der Chef der englischen WM-Polizeidelegation Stephen Thomas bei einem Vortrag. 3800 Hooligans wurden von den englischen Behörden angeschrieben: Sie erhielten für die Zeit der WM ein Ausreiseverbot.

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