Politik : Wo ist er?

Osama bin Laden – die ganze Welt sucht den Terrorchef. Bisher ohne jeden Erfolg. Sicher ist nur eines: Der Feind des Westens lebt noch

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Von Christian Böhme

und Frank Jansen

Er ist der meistgesuchte Mann der Welt. 25 Millionen Dollar hat Washington auf den Kopf von Osama bin Laden ausgesetzt. Seit fast einem Jahr jagen ihn Elitesoldaten und Geheimdienstagenten in ganz Afghanistan. Ohne Erfolg. Der Drahtzieher der Anschläge vom 11. September in New York und Washington ist immer noch auf freiem Fuß. Und Terrorexperten wie Rolf Tophoven und der US-Präsidentenberater Bruce Hoffman sind sicher, dass die Kultfigur der Islamisten weiterhin ihr Unwesen treibt: nicht nur als aktiver Befehlshaber, sondern auch als geistiger Vater des bewaffneten Kampfes gegen den Westen. Zehntausende Männer hat bin Laden für den „Heiligen Krieg gegen die Ungläubigen“ in zahlreichen Lagern ausbilden lassen. Seine Anhängerschaft in Asien geht Schätzungen zufolge sogar in die Millionen. Wirklich zu Gesicht bekommen haben ihn aber nur wenige. Für alle sichtbar tritt bin Laden, der als intelligente und charismatische Führerpersönlichkeit gilt, nur per Video in Erscheinung. Die Botschaft der inszenierten Auftritte mit Koran und Kalaschnikow ist immer die gleiche: Ich, der oft Totgesagte, bin noch da. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass der des Al-Qaida-Chefs nur noch selten in den Reden von US-Präsident George W. Bush auftaucht. Denn trotz aller Anstrengungen ist der „Oberschurke“ noch nicht gefasst. Vor kurzem erklärten mehrere Kommandeure amerikanischer Anti-Terroreinheiten in Afghanistan gar, die Suche nach bin Laden sei Zeitverschwendung. Wer ist dieser „global player“ des Terrorismus, den viele für einen der gefährlichsten Männer der Welt halten?

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