Politik : Woche der Versöhnung: Bewegende Szenen bei Familientreffen in Nord- und Südkorea

Nach jahrzehntelanger Trennung haben sich beim Wiedersehen koreanischer Familien am Dienstag herzergreifende Szenen abgespielt. Mit Jubel und Freudentränen begrüßten südkoreanische Familien ihre Verwandten aus dem Norden, wie Korrespondenten berichteten. Als die 100 Nordkoreaner das Kongresszentrum in der Hauptstadt Seoul betraten, in dem die Südkoreaner warteten, brach innerhalb von Minuten freudiges Chaos aus. Im Zuge der "Woche der Versöhnung" zwischen beiden Staaten waren die Nordkoreaner kurz zuvor zu einem viertägigen Besuch in Seoul angekommen. Eine Gruppe Südkoreaner reiste im Gegenzug in die nordkoreanische Hauptstadt Pjöngjang. Viele Verwandte hatten sich seit 1950 nicht gesehen.

Die Familien waren während des Koreakrieges Anfang der 50er Jahre getrennt worden. Die innerkoreanische Grenze riegelte seither das kommunistische Nordkorea hermetisch vom kapitalistisch und westlich orientierten Südkorea ab. Oft wissen die Koreaner nicht, ob ihre Verwandten noch am Leben sind. Die Mitglieder der nordkoreanischen Gruppe waren offenbar großenteils besonders linientreue Repräsentanten aus Politik, Wissenschaft und Kunst. Die beiden Gruppen reisen in vier Tagen wieder zurück. Die Familienbesuche fanden am 55. Jahrestag des Endes der japanischen Besetzung von Korea statt, der in beiden Staaten gefeiert wird.

Bei der offiziellen Feierstunde kündigte der südkoreanische Präsident Kim Dae Jung an, dem Norden gemeinsame ständige Ausschüsse zu militärischen, wirtschaftlichen sowie sozialen und kulturellen Fragen vorzuschlagen.

Unterdessen wurden die letzten beiden nordkoreanischen Spione aus südkoreanischer Haft entlassen. Die beiden nordkoreanischen Spione wurden nach ihrer Freilassung von ehemaligen Kollegen in Empfang genommen, berichteten Korrespondenten. Ihre Haftentlassung war am Montag zusammen mit einer Amnestie für rund 30 000 Gefangene angekündigt worden.

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