Politik : Wohl keine Auszahlung des Bin-Laden-Kopfgelds

Washington - Das Millionen-Kopfgeld für Hinweise zur Ergreifung von Terroristenchef Osama bin Laden wird wohl nicht ausgezahlt. „Soweit ich weiß, hat niemand gut unterrichtet gesagt: Osama bin Laden wohnt hier in Abbottabad, in der Nummer 5730, in der Green Avenue“, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, in Washington. Die von den USA ausgelobte Belohnung werde nicht gezahlt, wenn jemand die Fahnder „zufällig“ auf die richtige Spur bringt, erklärte er. 2001 hatte das US-Außenministerium 25 Millionen Dollar (17,4 Millionen Euro) für Informationen über den Verbleib des Al-Qaida-Chefs angeboten. Drei Jahre später wurde das Außenministerium autorisiert, die Belohnung auf bis zu 50 Millionen Dollar anzuheben.

Pakistan hat unterdessen noch nicht entschieden, ob amerikanischen Terrorfahndern direkter Zugang zu den Witwen bin Ladens gewährt wird. „Die USA haben bislang nicht offiziell beantragt, Zugang zu bin Ladens Witwen zu bekommen“, sagte Außen-Staatssekretär Salman Bashir am Dienstag in Islamabad. Nach Angaben pakistanischer Ermittler soll eine der Frauen ausgesagt haben, die Familie und ihre Unterstützer hätten etwa fünf Jahre lang in dem Versteck gelebt. Zwei der Frauen stammen nach pakistanischen Angaben aus Saudi-Arabien, die dritte aus dem Jemen.

Die „New York Times“ berichtete unter Berufung US-Regierungskreise, das Spezialkommando in Abbottabad sei auf Betreiben von Präsident Barack Obama auch auf Kämpfe gegen pakistanische Truppen vorbereitet gewesen. Obama hatte demnach angeordnet, dass die Einheit groß genug sein müsse, um sich im Ernstfall freikämpfen zu können. dpa

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