Wohnungseinbrüche : Mobile Täter - unflexible Ermittler

Wohnungseinbrüche nehmen in Deutschland rapide zu. Die Täter profitieren auch davon, dass die Bundesländer untereinander viel zu wenig kooperieren.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt - die Täter reisen durch die Lande.
Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt - die Täter reisen durch die Lande.Foto: Patrick Seeger/dpa

Angesichts der steigenden Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland hat der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Saarlands Innenminister Klaus Bouillon (CDU), eine bessere Kooperation zwischen den Ländern gefordert. "Wir müssen noch enger zusammenarbeiten", sagte Bouillon am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin". Derzeit gebe es in der Bundesrepublik zehn verschiedene IT-Systeme, um Täter zu erfassen.

"Es mangelt an gemeinsamen Daten. Es fehlt eine Kooperation, sowohl national als auch international", sagte der saarländische Innenminister. Mehr als 30 Prozent der Einbrüche in Deutschland erfolgten mittlerweile durch ausländische Täter. Bouillon forderte mehr Personal für die Polizei und eine Ausweitung der Videoüberwachung.

Die Innenminister von Bund und Ländern kommen am Mittwoch im saarländischen Mettlach-Orscholz zusammen. Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen wollen dort eine stärkere Kooperation zur Bekämpfung der Einbruchskriminalität vereinbaren, um reisenden Tätergruppen das Handwerk zu legen. Auf dem bis Freitag dauernden Treffen soll es neben der Einbruchskriminalität auch um eine härtere Bestrafung bei Angriffen gegen Polizeibeamte gehen.

Auch Bedrohung durch gewaltbereite Islamisten ist Thema

Beschäftigen wird die Innenminister auch die Bedrohung durch gewaltbereite Islamisten. In Deutschland habe es "noch nie ein so hohes abstraktes Gefährdungspotenzial" durch Islamisten gegeben wie heute, sagte Bouillon am Mittwoch dem Südwestrundfunk (SWR). Mit Attentaten wie dem jüngsten Doppelmord bei Paris sei über kurz oder lang leider auch hierzulande zu rechnen.

Die Sicherheitsbehörden hätten 400 bis 500 gewaltbereite Islamisten im Visier, die sie aber nicht "24 Stunden überwachen" könnten. Das Hauptproblem sei, dass die Sicherheitskräfte bislang immer noch zu wenig Einblick in die "inneren Zirkel" terroristischer Kreise hätten, sagte Bouillon. Die Prävention werde zusätzlich erschwert, weil in den letzten Jahren "viele Einzeltäter" unterwegs seien. (AFP)

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