Politik : Wowereit: Jetzt wollen wir auch Olympia

Berlins Regierender Bürgermeister bekundet Interesse an neuer Bewerbung um die Spiele / Unterstützung aus der Wirtschaft

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Berlin - Rund zwei Millionen Menschen haben die Fanmeile zwischen Brandenburger Tor und Großem Stern in der ersten WM-Woche besucht, die Bilder vom feiernden Berlin gingen um die Welt. Die Euphorie will der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) nutzen und nach der Ausrichtung der Leichtathletik-WM 2009 das nächste Weltereignis in die Stadt holen. „Berlin ist an der Ausrichtung der Olympischen Spiele interessiert“, sagte Wowereit dem Tagesspiegel am Sonntag. „Berlin hat sich in den ersten Tagen der Fußball-WM einfach wunderbar präsentiert als Gastgeber. Dieses Bild eignet sich geradezu für eine Olympia-Bewerbung.“

Unterstützung erhält der Regierende Bürgermeister vom Präsidenten der Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK), Eric Schweitzer. „Die WM-Stimmung ist phänomenal“, sagte Schweitzer. „Solche sportlichen Großveranstaltungen lösen Begeisterung aus und geben der Wirtschaft kräftige Impulse.“ Die Stadt solle sich deshalb erneut um Olympische Spiele bewerben. Wowereit kündigte an, demnächst das Gespräch mit dem Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Thomas Bach, zu suchen.

Der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt, sagte: „Meine Bilanz nach den ersten zehn Tagen der Fußball-WM ist uneingeschränkt positiv. Deutschland präsentiert sich als fröhlicher, weltoffener Gastgeber, wir erleben spannende, torreiche Spiele und die Zuschauer tragen mit ihrer Begeisterung für den Fußball alle Mannschaften – selbst das Wetter ist auf unserer Seite.“ Besonders erfreulich sei, dass die deutsche Mannschaft einen mutigen, offensiven Fußball spiele und damit auch eine fast unglaubliche Welle der Euphorie im ganzen Land auslöse, sagte der BDA-Chef weiter. „Diese positive Grundstimmung ist gut für unser Land. Ich wünsche mir, dass dieser Optimismus auch über die Weltmeisterschaft hinaus anhält. Wenn die tolle Grundstimmung auch noch die Politik beflügelt, sehe ich mit viel Hoffnung in die Zukunft“, sagte Hundt.

Die Staatsministerin im Kanzleramt, Maria Böhmer (CDU), begrüßt das Verhalten der Deutschen während der Fußball-Weltmeisterschaft als Ausdruck eines neuen, unverkrampften Patriotismus. Die Bundesrepublik sei nun „in einer Phase, wo sich junge Menschen viel freudiger, selbst bestimmter und mit einem neuen Selbstbewusstsein“ der Frage stellten, was die Deutschen verbinde, sagte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung dem Tagesspiegel am Sonntag: „Der fröhliche Umgang mit der eigenen Nation während dieser Weltmeisterschaft ist für mich ein freudiges Indiz.“

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