Politik : Wütende Proteste vor NATO-Botschaften

SKOPJE/MOSKAU (AP/rtr/AFP).Zahlreiche Botschaften von NATO-Staaten sehen sich seit Beginn der Luftschläge der Allianz mit wütenden Protesten konfrontiert.Besonders betroffen sind US-Vertretungen.Im Nachbarland Jugoslawiens, Mazedonien, ist die Lage besonders gespannt.Ministerpräsident Georgievski äußerte sich besorgt über die zunehmende antiamerikanische und Anti-NATO-Stimmung.

Hunderte Demonstranten wurden am Freitag von Bereitschaftspolizei in daran gehindert, zur US-Botschaft in Skopje vorzudringen.US-Soldaten der in Mazedonien stationierten NATO-Truppe zogen Drahtverhaue um die Botschaft und bezogen im Gebäude Stellung.Ein Sprecher sagte, man sei in der Lage, sich selbst zu verteidigen und werde im Fall eines Angriffs auch zurückschlagen.Die Polizei hatte sich die ganze Nacht hindurch Straßenschlachten mit Demonstranten geliefert.Am Vortag hatte die aufgebrachte Menge die Botschaften der USA, der Bundesrepublik und Großbritanniens verwüstet und Fahrzeuge internationaler Organisationen in Brand gesteckt.

Bei Übergriffen serbischer Demonstranten auf die Zweigstelle der bosnischen US-Botschaft in Banja Luka ist nach amerikanischen Angaben ein Botschaftsangehöriger schwer verletzt worden.Die Botschaft machte für die Übergriffe Hetzparolen bosnisch-serbischer Politiker gegen die NATO-Staaten verantwortlich, die sich an den Luftangriffen auf Jugoslawien beteiligen.Von den Übergriffen betroffen waren auch die Zweigstellen der Botschaften Deutschlands und Großbritanniens im serbischen Teil von Bosnien-Herzegowina.Sie wurden mit Steinen und Eiern beworfen.

Rund 400 aufgebrachte Russen protestierten vor der US-Botschaft in Moskau.Fast ebensoviele Polizisten waren im Einsatz, um den Botschaftskomplex zu sichern.Die Demonstranten schwenkten Plakate mit Parolen wie "Wir werden unsere slawischen Brüder verteidigen".Auch in Griechenland nahm die Empörung der Öffentlichkeit über die NATO-Angriffe weiter zu.In Erwartung einer Großdemonstration erhöhten die Behörden in Athen die Maßnahmen zum Schutz der US-Botschaft und anderer amerikanischer Einrichtungen.Auch in Saloniki war eine große Demonstration geplant.Über den Hafen der nordgriechischen Stadt läuft ein Großteil des Nachschubs für die NATO-Truppen in der Republik Mazedonien.

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