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Wulff-Affäre : Anwalt strauchelt bei Bonusmeilen-Frage

14.01.2012 00:00 Uhrvon , und
Christian Wulff hat jetzt auch noch Ärger wegen eines Urlaubsflugs Ostern 2007. Foto: dapdBild vergrößern
Christian Wulff hat jetzt auch noch Ärger wegen eines Urlaubsflugs Ostern 2007. - Foto: dapd

Der Bundespräsident holte sich seinen Anwalt Gernot Lehr, um die Affäre zu professionalisieren. Doch auch der verstrickt sich. Womit kämpft Wulff?

Die Frage der niedersächsischen SPD- Fraktion an die Landesregierung liest sich recht sperrig: „Wie beurteilt die Landesregierung die Tatsache, dass der damalige Ministerpräsident Christian Wulff für einen Urlaubsflug zu Ostern 2007 ein Upgrade in die Business-Klasse mit Bonusmeilen von einem Meilenkonto bezahlte, auf dem sowohl private als auch dienstlich erworbene Bonusmeilen gesammelt worden waren?“ Die Antwort allerdings macht dem Bundespräsident Probleme. Die „Bild“-Zeitung stichelt, sein Anwalt verhaspelt sich, Lufthansa und Staatskanzlei sind uneinig.

Könnte Wulff dienstliche Meilen für das Upgrade genutzt haben?

Das ist nicht so einfach zu beantworten. Der Anwalt Wulffs, Gernot Lehr, bestritt das Upgrade nach dem Bericht der „Bild“-Zeitung zunächst komplett, sagte aber später, Wulff habe für den Wechsel aus der Economy in die Business Klasse auf einem Flug von Miami nach Frankfurt nur privat erworbenen Bonusmeilen eingesetzt. „Bild“ rechnete daraufhin nach, was ein Upgrade von Christian Wulff, Bettina Wulff und deren Sohn an Bonusmeilen für Hin- und Rückflug gekostet haben muss. Ihr Ergebnis: 210 000 bis 300 000 Bonusmeilen hätte Wulff einsetzen müssen. Dies entspreche etwa den gesammelten Bonusmeilen von 420 Inlandsflügen. Mit der Lufthansa-Kreditkarte kann allerdings auch für jeden umgesetzten Euro ein Meilenpunkt gesammelt werden. Anders als von der „Bild“ suggeriert, können die Ausgaben für Flüge und die Nutzung der Kreditkarte kombiniert werden, so dass Wulff nicht entweder 210 000 Euro mit der Karte umgesetzt haben oder geflogen sein muss wie ein Wahnsinniger. Wulffs Anwalt sagt auch, beim Hinflug sei die Familie Economy geflogen.

Problematisch sind für Wulff dennoch zwei Dinge: Sein Anwalt behauptete nach Aussagen des Blattes, das Meilenkonto bestehe schon seit den 80er Jahren, dabei existiert das Bonusmeilenprogramm erst seit 1993 und die Kreditkarte wird sogar erst seit 1999 ausgegeben. Außerdem – und das könnte den jetzigen Präsidenten ins Schwitzen bringen – ist laut Auskunft der Lufthansa die Trennung zwischen privaten und dienstlichen Meilen auf dem Konto nicht möglich. Die einzige Möglichkeit, die Nutzung von dienstlichen und privaten Meilen getrennt nachzuweisen, sei eine Dokumentation seitens des Politikers oder seines Büros. Die niedersächsische Staatskanzlei hingegen beharrt auf Nachfrage darauf, dass sie ein rein dienstliches Bonusmeilenkonto für Wulff geführt habe. Zudem läge ein Auszug eines privaten Meilenkontos vor, auf dem im April 2007 ein Abzug von 150 000 Meilen verzeichnet sei. Damit bleibt der Widerspruch zur Aussage der Lufthansa bestehen.

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