Wulff-Debatte im Landtag Hannover : McAllister vermeidet Parteinahme

Erneut hat der niedersächsische Landtag über die Affäre um Christian Wulff diskutiert. Ministerpräsident und Wulff-Nachfolger David McAllister vermied dabei jede Bewertung des Handelns seines Amtsvorgängers.

Wulff-Nachfolger McAllister vermied jegliche Aussagen zu Wulffs Handeln.
Wulff-Nachfolger McAllister vermied jegliche Aussagen zu Wulffs Handeln.Foto: dapd

Mehr als vier Stunden hat der niedersächsische Landtag am Donnerstag erneut über die Affäre um Bundespräsident Christian Wulff(CDU) diskutiert.

Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) hat in einer Stellungnahme vor dem Landtag in Hannover zur Kreditaffäre von Bundespräsident Christian Wulff eine Parteinahme vermieden. Die Landesregierung werde weiter bis zur letzten Frage des Landtags Rede und Antwort stehen, sagte McAllister am Donnerstag. Das Handeln seines Amtsvorgängers bewertete er mit keinem Wort. „Es ist nicht nur Recht, sondern auch Pflicht des hohen Hauses, die Arbeit der Landesregierung zu kontrollieren.“

Zugleich forderte der Nachfolger Wulffs im Amt des niedersächsischen Regierungschefs eine Rückkehr zum Routinegeschäft. „Wir haben noch viele andere wichtige Themen in Niedersachsen im Interesse der Menschen anzusprechen.“

Auch Finanzminister Hartmut Möllring(CDU), der für die Landesregierung die Antworten auf mehr als 50 Fragen gab, verteidigte Wulff. Mit Blick auf den Privatkredit für Wulffs Einfamilienhaus sagte Möllring, dass zinsgünstige oder zinslose Darlehen unter Freunden gestattet seien und keinen Verstoß gegen das niedersächsische Ministergesetz darstellten. Wie jeder Mensch hätten auch Politiker ein Privatleben und dürften in diesem Bereich Geschenke annehmen.

Die Causa Wulff
Christian Wulff sorgt auch nach seinem Rücktritt immer wieder für Schlagzeilen: zum Beispiel wenn es um sein Ehrensold oder das Büro mit Mitarbeitern geht.Weitere Bilder anzeigen
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04.03.2012 21:00Christian Wulff sorgt auch nach seinem Rücktritt immer wieder für Schlagzeilen: zum Beispiel wenn es um sein Ehrensold oder das...

Die Opposition sprach von einer „bizarren Verteidigungsstrategie“. Die Sache sei weiterhin nicht geklärt, sagte Grünen-Fraktionschef Stefan Wenzel.

Die CDU-Fraktion beantragte überraschend die Aufhebung der zeitlichen Begrenzung für dringliche Anfragen. Sämtliche noch ausstehenden Fragen der Opposition sollen beantwortet werden. (dpa, dapd)

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