Politik : Wulff lobt die Reform der Rechtschreibreform

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Berlin Die Rechtschreibreform wird jetzt auch von einem ihrer einflussreichsten Gegner weitgehend akzeptiert: Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), der im Sommer 2004 versucht hatte, die Reform zu stoppen, lobt jetzt die Arbeit des Rats für deutsche Rechtschreibung, der am Freitag ein abschließendes Votum zur umstrittenen Getrenntschreibung vorlegen will. „Wenn wieder zusammengeschrieben wird, was zusammengehört, ist das ein großer Schritt in die richtige Richtung“, sagte Wulff dem Tagesspiegel.

Im April hatte der Rat vorgeschlagen, Reform-Schreibweisen wie „kennen lernen“ rückgängig zu machen und wieder mehr zusammenzuschreiben. Jetzt wolle man die Getrenntschreibung als Variante erhalten, heißt es in Ratskreisen.

Wulff hält eine längere Übergangsfrist für die noch umstrittenen Teile der Reform über den 1. August hinaus für notwendig. Eine entsprechende Regelung will die Kultusministerkonferenz dem Vernehmen nach bei ihrer an diesem Donnerstag beginnenden Sitzung in Quedlinburg beschließen. Zum 1. August sollen nur die Teile für Schulen und Behörden verbindlich eingeführt werden, über die Einvernehmen besteht – darunter die ss/ß-Regeln. Ausgeklammert werden vorerst auch Kommasetzung und Silbentrennung, über die sich der Rat bis zum 1. Juli einigen will. Danach müssen den Detailregelungen noch die Kultusminister und Länderregierungen der deutschsprachigen Länder zustimmen. -ry

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