Politik : Wulff schwärmt von den Grünen und Sager lobt die Schwarzen

Klaus Wallbaum

Hannover - Vor zehn Jahren hatten Christian Wulff, heute CDU-Ministerpräsident in Niedersachsen, und Krista Sager, mittlerweile Fraktionsvize der Grünen im Bundestag, das erste Mal öffentlich über die Möglichkeit schwarz-grüner Bündnisse debattiert. Nun haben die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung und die Grünen-nahe Stiftung Leben und Umwelt die Diskussion wiederbelebt. In Hannover näherten sich Wulff und Sager vorsichtig an.

Zwar stellte Wulff klar: „Wenn ich nach der Landtagswahl 2008 die Chance habe, möchte ich die Koalition mit der FDP fortsetzen.“ Und Sager betonte: „Die Gemeinsamkeiten zwischen Grünen und SPD sind größer, deshalb wird Schwarz-Grün wohl eher etwas für Kommunen sein.“ Und beim Thema Energie sind sich die beiden absolut uneins. Auch Bildung und Gesundheit bringen wenig Annäherung. Doch bei der Familienpolitik konstatiert Wulff unwidersprochen: „Die Grünen verändern sich hier gewaltig, auf einmal wird die Wertevermittlung wieder wichtig.“ Sager gesteht zögernd Gemeinsamkeiten: „Einiges verbindet uns, zum Beispiel: weniger Gewicht auf den Staat, mehr auf die Bürgergesellschaft.“ Ihr sei die CDU dort sympathisch, wo sie großstädtisch und liberal auftritt. Wulff spricht von hervorragenden Mitarbeitern, die von den Grünen kommen: Sein wichtigster Bildungsberater hat die Grünen in Baden-Württemberg mitgegründet, und einer seiner besten Verwaltungsreformer war jahrelang Grünen-Finanzexperte. Mit den Grünen im Landtag pflege er intensiven Dialog: „Während die SPD immer denkt, die Grünen seien eigentlich Leute, die sich abgespaltet hätten und zurückgeholt werden müssten, erkennt die CDU sie als eigenständige Partei an.“

Aber am Ende der Veranstaltung wird klar: Wulff und Sager werden nicht die Speerspitzen für Schwarz-Grün sein. Zumindest nicht jetzt – vielleicht aber nach weiteren zehn Jahren.

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