Politik : Wulff würdigt Brandt in Warschau

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Warschau - Polen schaute gebannt auf die letzten Treffen und Kranzniederlegungen des abreisenden Dmitri Medwedew, als Christian Wulff auf dem Flughafen eintraf. Der deutsche Besucher hatte gegen den Russen einen schweren Stand. Die deutsch-polnischen Beziehungen sind im Gegensatz zu denen zwischen Warschau und Moskau insgesamt gut, das zeigten auch die Regierungskonsultationen am Montag in Berlin. Zudem ist der Anlass von Wulffs Staatsbesuch, der 40. Jahrestag von Willy Brandts Kniefall, in Polen weniger bekannt als in Deutschland. Dies zeigte sich bereits am Vormittag. Wulff würdigte den Kniefall vor der Presse wortreich als „Geste, die um Versöhnung bat“. Brandt habe damit „Verantwortung in einem umfassenden Sinne für die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft“ übernommen. „Ich halte dies für eine großartige, menschliche Geste der Demut, der Scham, der Trauer angesichts des riesigen Leidens, der Grausamkeiten, die Deutschland über Osteuropa brachte“, unterstrich der angespannt wirkende Wulff. Für Polens Präsident Bronislaw Komorowski ist Brandts Kniefall „ein Teil der polnischen Erfahrung der deutsch-polnischen Beziehungen“. Am Mittag legten Wulff und SPD-Chef Sigmar Gabriel beim Denkmal der Helden des Ghettoaufstandes von 1943 sowie dem Monument für die Gefallenen des Warschauer Aufstandes vom Spätsommer 1944 je einen Kranz nieder. flü

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