Politik : Wutausbruch des Kanzlers beim SPD-Gewerkschaftsrat

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Berlin SPD und Gewerkschaften haben im Streit über die Reformen der Bundesregierung den Ton entschärft, sich in der Sache aber nicht angenähert. DGB-Chef Michael Sommer sagte am Dienstag, der Konflikt über die Agenda 2010 sei nicht beigelegt. In ihrer Vorstandssitzung einigte sich die DGB-Spitze nach Berichten von Teilnehmern darauf, die Kritik an der Reformagenda aufrechtzuerhalten und weiter für Korrekturen einzutreten.

Zuvor war es beim Treffen der Parteispitze mit führenden SPD-Gewerkschaftern zu Auseinandersetzungen und einem „Wutausbruch“ von Kanzler Gerhard Schröder gekommen, berichteten Teilnehmer. Den Angaben zufolge richtete Schröder bei der Sitzung des SPD-Gewerkschaftsrats am Montagabend „heftige Angriffe“ gegen die Gewerkschaften und den nicht anwesenden Verdi-Chef Frank Bsirske (Grüne). Schröder sei „heftig erregt gewesen“, sagte der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft, Konrad Freiberg. SPD-Generalsekretär Klaus Uwe Benneter sagte, der Kanzler habe klar gemacht, dass er die Kritik an seiner Reformpolitik nicht für angemessen halte. Abstriche an den beschlossenen Arbeitsmarktreformen und Leistungskürzungen für Langzeitarbeitslose lehnte die SPD erneut ab. Bsirske, der dem Kanzler öffentlich Versagen vorgeworfen hatte, kündigte am Dienstag überraschend an, die Forderung nach Korrekturen an der Agenda nicht mehr ständig zu wiederholen. Auch sei er bereit, „wieder sachlich“ mit dem Kanzler zu sprechen. has

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