Politik : WWF: Merkel muss mehr fürs Klima tun

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Berlin - Stefan Rahmstorf hält die Szenarien der Klimaforscher von 1990 inzwischen für „eine Unterschätzung des Problems“. Der Professor am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) gab am Donnerstagabend vor dem Kongress „Kyoto plus“ einen Überblick über die aktuelle Klimaforschung. Was 1990 als hysterisch gegolten hatte, sei teilweise durch reale Messungen längst überholt worden. Besonders dramatisch ist das Schmelzen des Festlandseises: Das Eis auf Grönland schmilzt viel schneller, als alle Klimaforscher das vorhergesehen hatten – mit dramatischen Folgen.

Die Botschaft der Veranstalter ist klar: Jetzt ist es noch möglich, die globale Erwärmung um zwei Grad im Vergleich zum Beginn der Industrialisierung Anfang des 19. Jahrhunderts zu begrenzen. Doch die Zeit drängt. Deshalb fordert die WWF-Klimaexpertin Regine Günther von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), dass sie die EU-Präsidentschaft und die Präsidentschaft der G-8-Staaten, der wichtigsten Industriestaaten, dazu nutzt, in der EU ein verbindliches Klimaschutzziel bis 2020 durchzusetzen. Günther fordert einen um 30 Prozent geringeren Ausstoß von Treibhausgasen im Vergleich zu 1990. Bei einem solchen Szenario müsste Deutschland seinen Ausstoß um 40 Prozent senken. Bis 2012 hat sich die EU zu einem Minus von acht Prozent verpflichtet. Jerome Ringo, Präsident der Apollo Alliance, einem Zusammenschluss von 23 Gewerkschaften, 13 Umweltverbänden und 200 Unternehmen in den USA, ist indes sicher, dass sein Land spätestens mit dem Ende der Amtszeit des derzeitigen Präsidenten George W. Bush 2008 ebenfalls an der Lösung des Problems mitarbeiten wird. Denn in Umfragen rangiert das Thema Klima bei den US–Wählern inzwischen auf dem zweiten Platz, direkt nach dem Irak. deh

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