Politik : Ypsilanti will sich Vertrauen erarbeiten

Wiesbaden - Wenige Tage vor den Probeabstimmungen für die geplante Wahl von Andrea Ypsilanti zur Ministerpräsidentin hat die hessische SPD-Chefin zugegeben, dass ihre Pläne zur Regierungsbildung mit Hilfe der Linkspartei beim Wähler noch umstritten sind: „In unser jetziges Vorhaben einer rot-grünen Minderheitsregierung gehen wir nicht mit großem Vertrauensvorschuss in der Bevölkerung: Den müssen wir uns nachher in der Regierung hart erarbeiten“, sagte Ypsilanti der „Wetzlarer Neuen Zeitung“. Im November will sie mit Hilfe von Grünen und Linken den bisherigen Amtsinhaber Roland Koch (CDU) ablösen.

Der Ansehensverlust treffe sie persönlich: „Natürlich macht mir das was aus“, sagte die SPD-Chefin. Vor der Wahl hatte Ypsilanti stets ausgeschlossen, mit Hilfe der Linken zu regieren, weswegen Gegner ihr Wortbruch vorwerfen. „Dass die Kritik aber zum Teil unter die Gürtellinie ging, hat mich sehr enttäuscht“, sagte Ypsilanti. „Das bleibt nicht einfach in den Kleidern hängen, das geht auch unter die Haut.“ Die Linkspartei sei zuverlässig und habe sich trotz einiger Schwierigkeiten schnell an die parlamentarischen Regeln gewöhnt. „Sie hat viele von unseren Initiativen unterstützt“, lobte Ypsilanti. Eine Koalition mit der Linken würde derzeit aber alle Beteiligten überfordern. Falls eine rot-rot-grüne Regierung zustande kommt, sieht Ypsilanti darin aber kein Modell für den Bund. „Ich nehme nicht für uns in Anspruch, dass wir in Hessen ein Modell für andere Bundesländer oder gar für den Bund erstellen.“ dpa

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