Politik : Zahl der Eingebürgerten sinkt weiter

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Wiesbaden - Die Zahl der Einbürgerungen in Deutschland ist im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit 1998 gesunken. 2005 erhielten rund 117 240 Ausländer den deutschen Pass, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Dies waren etwa 10 000 oder 7,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Jahr 2000 hatte die Zahl der Einbürgerungen mit Einführung des neuen Staatsangehörigkeitsrechts einen Höchststand von 186 700 eingebürgerten Ausländern erreicht. Seither gehen die Zahlen kontinuierlich zurück. Zu dem Rückgang im vergangenen Jahr trug vor allem die deutlich sinkende Zahl von Türken bei, die die deutsche Staatsbürgerschaft erwerben.

Unter den Eingebürgerten stellten die türkischen Staatsangehörigen aber auch im vergangenen Jahr mit knapp 32 700 Menschen die bei weitem größte Gruppe. Dies waren knapp 28 Prozent aller Einbürgerungen. Im Vorjahr hatten sich allerdings noch 44 465 Türken für den deutschen Pass entschieden, also rund 12 000 mehr. An zweiter und dritter Stelle der Einbürgerungen folgten im Jahr 2005 Bürger aus Serbien und Montenegro (rund 8820) und Polen (knapp 6900).

Aus Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion wurden im vergangenen Jahr knapp 13 900 Menschen eingebürgert, knapp 13 200 hatten die Nationalität eines der Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien. Den größten Zuwachs bei der Zahl der Einbürgerungen verzeichneten im Vergleich zum Vorjahr Bürger aus Serbien und Montenegro (plus 150 Prozent) und Kasachstan (plus 106 Prozent). Die Rückgänge waren demnach am stärksten beim Iran (minus 30 Prozent), bei der Türkei (minus 27 Prozent) und Afghanistan (minus 23 Prozent).

Im Jahr 2005 erwarben den Angaben zufolge 77 100 Menschen die deutsche Staatsangehörigkeit aufgrund eines mindestens achtjährigen rechtmäßigen Aufenthalts in Deutschland sowie eines „verfestigten Aufenthaltsstatus“. Dies waren 7,1 Prozent weniger als im Vorjahr. AFP

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