ZAHLEN UND FAKTEN : Armes Land

Portugal gilt auch nach 25 Jahre EU-Mitgliedschaft als ärmstes Land Westeuropas: Der durchschnittliche Monatsbruttolohn beträgt etwa 1100 Euro, der gesetzliche Mindestlohn 475 Euro. Etwa eine Million Portugiesen, vor allem Rentner, haben weniger als 300 Euro monatlich zur Verfügung. Die Wirtschaft wird in diesem Jahr voraussichtlich um mehr als einen Prozentpunkt schrumpfen. Weit verbreitete Korruption, Steuerhinterziehung und geringe Produktivität schwächen das Land. Die schwindelerregende Staatsverschuldung lag 2010 bei 93 Prozent des Bruttoinlandsproduktes und könnte bis Ende dieses Jahres bei knapp 100 Prozent anlangen. Das Rettungspaket von EU und IWF ist mit schmerzhaften Sparauflagen verbunden: Das Arbeitslosengeld wird gekürzt, Renten über 1500 Euro ebenfalls, Zuzahlungen der Patienten zu Medikamenten werden höher. Sondersteuern auf Tabak, Strom und Fahrzeuge steigen, andere Steuervorteile etwa für Immobilienerwerb werden gekappt. Im Schul- und Justizwesen und in der öffentlichen Verwaltung wird die Axt angelegt. ze

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