• Zahlreiche Künstler unterstützen die Initiative gegen rechtsextreme Parteien - das Potential von NPD und DVU liegt bei fünf Prozent

Politik : Zahlreiche Künstler unterstützen die Initiative gegen rechtsextreme Parteien - das Potential von NPD und DVU liegt bei fünf Prozent

Namhafte Künstler und Autoren wie Manfred Krug, Martin Walser, Daniel Barenboim, Katja Ebstein, Otto Sander, Heinz Florian Oertel, die Puhdys oder Purple Schulz haben am Donnerstag in Potsdam einen Aufruf gegen Rechts gestartet. Gut eine Woche vor der Landtagswahl appellierten sie an alle Brandenburger, bei der Wahl am 5. September den rechtsextremen Parteien DVU oder NPD keine Chance zu lassen und wählen zu gehen.

"Jede Stimme für eine demokratische Partei ist eine Stimme gegen den braunen Spuk und eine Stimme für ein tolerantes Brandenburg", heißt es in dem von rund 50 Prominenten unterzeichneten Aufruf. Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) begrüßte die Initiative und betonte: "Dieser Aufruf ist eine Chance, dabei darf es aber nicht bleiben. Ich wünsche mir noch viel mehr Aktivitäten gegen Rechts etwa von der Wirtschaft." Es könne nicht genug vor der rechtsextremen Gefahr gewarnt werden.

Nach Ansicht von Stolpe könnte am 5. September bei einer Wahlbeteiligung von unter 60 Prozent durchaus die Gefahr bestehen, dass die Rechten über die Fünf-Prozent-Hürde kommen. "Deshalb ist jede Stimme wichtig, sie darf nur nicht nach rechts außen gehen." Auch in dem Aufruf der Künstler und Autoren wird betont: "Nazis haben in deutschem Namen schon genügend Unheil angerichtet. Sie dürfen nie wieder an die Macht kommen oder etwas zu sagen haben."

Zu den Unterzeichnern gehören auch der Liedermacher Gerhard Schöne, die Schauspielerin Jutta Wachowiak, der Sänger Holger Biege und die Magdeburger Band "SCYCS". Stephan Michme von der Gruppe appellierte vor allem an die Jungwähler: "Wählt alles, nur nicht Rechts."

Der brandenburgische Verfassungsschutz geht derzeit von einem Wählerpotenzial von um fünf Prozent für die rechtsextremen Parteien NPD und DVU aus. Nach jüngsten Umfragen wird die DVU auf zwei bis drei Prozent der Stimmen kommen. Sie steckte nach Informationen des Verfassungsschutzes rund 2,5 Millionen Mark in ihren Wahlkampf. Die NPD versucht, neben Plakaten auch mit fast wöchentlichen Aufmärschen - zuletzt am vergangenen Samstag in Schwedt - mobil zu machen.

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