Politik : Zahlreiche Tote bei Überfall auf Militärkonvoi in Tschetschenien

Bei einem Überfall tschetschenischer Rebellen auf eine russische Militärkolonne sind nach Angaben der Aufständischen 80 Soldaten getötet worden. Ein Sprecher der Separatisten sagte, bei dem Angriff nahe dem Dorf Serschen-Jurt seien zudem 13 Fahrzeuge zerstört worden. Es habe keine eigenen Verluste gegeben. Russlands Verteidigungsminister Sergejew sagte dagegen russischen Nachrichtenagenturen, es habe auf russischer wie auf der Seite der Rebellen 15 Tote gegeben. Auch seien nur sechs Fahrzeuge zerstört worden. Auf tschetschenischer Seite hätten auch arabische Söldner gekämpft.

Tschetscheniens Präsident Aslan Maschadow widersprach unterdessen einem Bericht der russischen Zeitung "Kommersant", er habe eine einseitige Waffenruhe ausgerufen. Dem US-Sender Radio Liberty sagte er, er sei missverstanden worden. Er sei erst dann zu einem Waffenstillstand bereit, wenn sich beide Seiten darauf einigten und Verhandlungen begonnen würden. Russland hatte den am Freitag erschienenen Bericht äußerst zurückhaltend aufgenommen. Maschadow kontrolliert der russischen Regierung zufolge nur einen Teil der tschetschenischen Kämpfer.

Russland führt seit Oktober in Tschetschenien einen Krieg, der sich nach Angaben Moskaus gegen islamistische Separatisten richtet. Sie sollen verantwortlich sein für Bombenanschläge sowie für den Versuch, einen islamistischen Religionsstaat in der Nachbarrepublik Dagestan zu errichten.

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