Politik : Zahnersatzzersetzung

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Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Wann immer es im Bundestag um die Schlagkräftigkeit der Bundeswehr geht, führt die Union das große Wort. Ihre ständige Klage lautet, die rot-grüne Koalition lasse die Truppe im Regen stehen und verweigere ihr notwendige Ausrüstung. Aber diesmal hat Volker Rühe geschlafen.

Deshalb darf sich nun die PDS um die Frage kümmern, ob Bundeswehr-Soldaten auch morgen noch den Mund aufmachen können. Normalerweise tut sich die Ost-Partei in Militär-Debatten durch andere Akzente hervor. Entweder lehnt sie wieder einmal einen Auslandseinsatz ab oder aber sie streitet dafür, dass ehemalige NVA-Angehörige ihre Ehrenabzeichen und Ränge weiter tragen und führen dürfen. Nun aber hat die PDS erfahren, dass deutsche Soldaten mit polnischem Zahnersatz versorgt werden sollen – schlicht, weil der weniger kostet als Brücken, Plomben und Kronen aus einem deutschen Dentallabor. Die Fraktion hat eine kleine Anfrage gestartet und will wissen, ob denn deutsche Qualitätskriterien eingehalten werden. Ja, liebe PDS, wie groß ist denn euer Misstrauen gegen Dentisten aus dem Nachbarland? Vorurteile gegen die polnische Zahnwirtschaft? Dabei weiß doch jeder, dass die Polen ganz hervorragende Restauratoren sind und selbst dann den Ursprungszustand fast wieder hinbekommen, wenn nur noch Trümmer übrig sind.

Wenn sie diese Kunst im Rachen deutscher Soldaten entfalten, ist das ein wertvoller Beitrag zur Wehrkraft der Nato. Ein Vorschlag: Vielleicht gibt die PDS Ruhe, wenn die Regierung versichert, dass die Soldaten mit ihrem neuen Gebiss nur lachen, aber nicht beißen dürfen – zumindest keine Feinde. Hans Monath

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