Zankapfel "Bonus-Monate" : Union streitet weiter über Elterngeld

Die Kritik in der Union am geplanten Elterngeld reißt nicht ab. Besonders umstritten sind die Pläne der Familienministerin, den vollen Zeitraum nur dann zu bezahlen, wenn beide Partner eine Auszeit nehmen.

Berlin - Die Kritik in der Union an der Länge des geplanten Elterngeldes reißt nicht ab. Der familienpolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Johannes Singhammer (CSU), sprach von einer «heimtückischen Kürzung durch die Hintertür», sollte es bei den vorgesehenen beiden Bonus-Monaten bleiben. «Wir werden bei den Partnermonaten eine gute Lösung finden. Keine gute Lösung wäre es, wenn denen, die die Partnermonate nicht akzeptieren, das Elterngeld auf eine besonders heimtückische Weise um zwei Monate verkürzt würde», sagte Singhammer der «Leipziger Volkszeitung» (Donnerstag).

Der Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Peter Ramsauer, forderte unterdessen ein Ende der parteiinternen Debatte. «Beim Elterngeld muss endlich Ruhe herrschen in der CSU. Es kann nicht jeder rumquatschen wie er will», sagte Ramsauer der «Süddeutschen Zeitung» (Donnerstag).

Nach den Plänen von Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) soll das Elterngeld von 2007 an für zehn Monate als Lohnersatzleistung an einen Elternteil gezahlt werden, der zu Gunsten der Kindererziehung eine Auszeit vom Beruf nimmt. Für weitere zwei Monate soll nur dann Anspruch bestehen, wenn auch der zweite Partner sich für die Zeit freistellen lässt.

Von der Leyen will ihr Konzept kommende Woche vorlegen. Nach dpa- Informationen plant sie ein «Sockelelterngeld» von etwa 300 Euro monatlich, das alle Eltern bekommen sollen - unabhängig davon, ob ein Elternteil arbeitet oder nicht. Laut Koalitionsvertrag soll das Elterngeld 67 Prozent des letzten Nettoeinkommens betragen, maximal 1800 Euro monatlich. Zu den Eckpunkten gehört auch, dass die Kosten vier Milliarden Euro in der Legislatur nicht überschreiten sollen. (tso/dpa)

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