Politik : ZDF-Politbarometer: Das eigene Lager will Rot-Grün nicht scheitern sehen

Die Regierungskrise wirkt sich negativ auf das Ansehen von Bundeskanzler Gerhard Schröder und seinem Kabinett aus. Nach dem ZDF-Politbarometer mussten der Kanzler und seine Minister durchgängig Einbußen hinnehmen. Schröder rutschte mit einem Wert von 1,9 auf Platz zwei (Oktober 2,5) der Rangliste der wichtigsten Politiker. Auf Platz eins lag Außenminister Joschka Fischer mit einem Wert von 2,1 (Oktober 2,3). Schlechtere Werte gab es auch für Innenminister Otto Schily (von 1,4 auf 0,8 abgerutscht). Deutlich schlechter bewertet wurde Verteidigungsminister Rudolf Scharping, der sich von 0,0 Punkten im Oktober auf minus 0,5 verschlechterte und damit den letzten Rang einnahm. Auch Finanzminister Hans Eichel verlor (auf 0,9 von zuvor 1,2). CSU-Chef Edmund Stoiber gab nach auf 1,2 (Oktober 1,4). Auch FDP-Chef Guido Westerwelle, die CDU-Vorsitzende Angela Merkel und Unionsfraktionschef Friedrich Merz büßten geringfügig Punkte ein. Verbessern konnte sich als einziger der PDS-Politiker Gregor Gysi, der von minus 0,5 auf minus 0,1 zulegte.

Eine Mehrheit der Anhänger von SPD und Grünen ist der Ansicht, die rot-grüne Koalition solle erhalten bleiben. Bei den SPD-Anhängern waren 60 Prozent dafür, dass die Grünen in der Koalition bleiben, bei denen der Grünen 92 Prozent. Von allen Befragten waren es 48 Prozent. Die "Sonntagsfrage" ergab nur für die PDS Veränderungen im Vergleich zum Oktober (siehe Grafik).

Bei der Frage nach dem bevorzugten Kanzlerkandidaten verringerte sich der Abstand zwischen Gerhard Schröder und Edmund Stoiber. Für den Fall, dass der CSU-Chef antritt, sprachen sich 51 Prozent der Befragten für Schröder aus (minus 5 Prozentpunkte) und 40 Prozent für Stoiber (plus 3 Prozentpunkte). Für den Fall, dass Merkel gegen Schröder antritt, hätte der Kanzler dagegen weiterhin einen sicheren Vorsprung: 65 Prozent sprachen sich für ihn aus (Oktober 67 Prozent), für Merkel waren es unverändert 25 Prozent. Bei einem Zweikampf zwischen dem Kanzler und dem früheren CDU-Vorsitzenden Wolfgang Schäuble würden auf Schröder 61 und auf Schäuble 29 Prozent entfallen. Bei der Frage nach dem Profil der drei möglichen Unionskandidaten entfielen jeweils die besten Werte auf Stoiber. Vor allem die Frage "Wer ist ein Siegertyp?" entschied Stoiber mit 66 Prozent klar für sich, Merkel erhielt hier nur neun Prozent.

Ein Bundeswehreinsatz im Kampf gegen den Terrorismus wurde von 59 Prozent befürwortet. 36 Prozent sind dagegen. Unter den Grünen-Sympathisanten kippte die Meinung zum Einsatz: Waren im Oktober noch 60 Prozent dafür, wollten dies im November nur noch 42 Prozent. Bei den SPD-Anhängern stützen über 68 Prozent den Kurs von Schröder, bei den Unions-Anhängern sind es 66 Prozent. Die größte Zustimmung für einen Bundeswehreinsatz gibt es mit 76 Prozent unter den FDP-Anhängern, bei denen der PDS sind 16 Prozent für eine Beteiligung.

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