Politik : ZDF-Politbarometer: Grüne klettern aus dem Stimmungstief

Für das Politbarometer hat die Forschungsgrup

Für das Politbarometer hat die Forschungsgruppe Wahlen in der Zeit vom 18. bis 21. Februar mehr als 1700 Wahlberechtigte befragt.

Die SPD sinkt weiter in der Wählergunst. Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, bekäme sie nur noch 38 Prozent der Stimmen, ein Prozent weniger als vor zwei Wochen. Bei der Union würden unverändert 40 Prozent der Wähler ihr Kreuzchen machen. Die Grünen kämen wieder auf fünf Prozent, vor zwei Wochen hätten sie mit vier Prozent den neuerlichen Parlamentseinzug verfehlt. Die FDP bleibt bei acht, die PDS sinkt von sechs auf fünf, die sonstigen Parteien erreichen zusammen vier Prozent. Rot-Grün hätte also keine Mehrheit. Nur zusammen mit der PDS käme die Regierungskoalition auf so viele Stimmen wie Union und FDP.

In der eher langfristig wirkenden politischen Stimmung liegt die Union noch deutlicher vor der SPD. Sie klettert von 41 auf 43 Prozent, während die Sozialdemokraten zwei Punkte verlieren und auf 38 Prozent rutschen. Auffallend auch die Verschiebungen bei den kleinen Parteien: Die Grünen steigen hier von fünf auf acht, die FDP sinkt von zehn auf sieben Prozent. Die PDS bleibt unverändert bei vier Prozent.

Inzwischen rechnet auch die Mehrheit der Befragten mit einem Regierungswechsel. 42 Prozent sehen die jetzige Opposition als Sieger, 39 Prozent erwarten einen Erfolg von Rot-Grün. Anfang Februar hatten nur 37 Prozent an solchen Wechsel geglaubt.

Zum populärsten Politiker kürten die Befragten unverändert den deutschen Außenminister - vor Kanzler Schröder und CDU-Chefin Merkel. Während die Sympathiewerte von Fischer und Innenminister Schily leicht stiegen, fielen die von Schröder, Finanzminister Eichel und Verteidigungsminister Scharping. Auch Merkel, Kanzlerkandidat Stoiber und FDP-Chef Westerwelle erlitten leichte Einbußen. Am unbeliebtesten ist nach wie vor Scharping, der - deutlich abgeschlagen - als einziger sogar von eigenen Parteianhängern schlechte Noten bekommt.

Im direkten Vergleich der Kanzlerkandidaten hat Schröder das bessere Image - vor allem bei den weiblichen Wählern und im Norden der Republik. Doch auch unter den Männern und selbst im Süden Deutschlands genießt der amtierende Regierungschef höhere Sympathiewerte als sein bayerischer Herausforderer. Allerdings verringerte Stoiber den Abstand zu Schröder bei der Frage nach dem besseren Bundeskanzler. 49 Prozent bevorzugen Amtsinhaber Schröder (minus 3), 40 Prozent (plus 1) favorisieren Stoiber.

Bei der Wirtschaftskompetenz allerdings liegt der Bayer deutlich vorne. 31 Prozent (Vormonat: 36) glauben, dass Stoiber die Wirtschaftsprobleme am ehesten lösen kann. Nur 14 Prozent (Vormonat: 15) haben hier mehr Vertrauen in den Kanzler. Ähnliche Einschätzungen bei der Fähigkeit, neue Arbeitsplätze zu schaffen: Mit 30 Prozent lässt der Kandidat den amtierenden Kanzler (zehn Prozent) deutlich hinter sich.

Mit 75 Prozent der Nennungen ist die Arbeitslosigkeit auch im Februar das mit Abstand wichtigste Thema für die Deutschen. Nur 13 Prozent der Befragten sorgen sich mehr um die Wirtschaftslage, neun Prozent um die Zuwanderungs- und Asylpolitik. Die wegen geschönter Statistiken ins Gerede gekommenen Arbeitsämter sind nicht sonderlich angesehen: Zwei Drittel der Befragten meinen, dass sie schlechte Arbeit leisten.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben