Politik : Zehntklässler: Ein Fünftel fällt durch

Sigrid Kneist

Berlin - Knapp ein Fünftel der Berliner Zehntklässler, die an den Prüfungen zum mittleren Schulabschluss teilgenommen haben, ist dabei durchgefallen. Quer durch alle Schultypen haben insgesamt 82 Prozent der Schüler den Abschluss erreicht. „Insgesamt befriedigend und realistisch“ nannte Bildungssenator Klaus Böger (SPD) dieses Resultat am Montag. „Es kann aber noch besser werden.“

Die Prüfung ist für Berlin eine Premiere und wurde in allen Schultypen nach den gleichen Kriterien abgehalten. Schriftlich geprüft wurden Mathematik, Deutsch sowie Englisch oder Französisch als erste Fremdsprache. Darüber hinaus konnten die Schüler ein Fach aus den Natur- oder Gesellschaftswissenschaften für eine mündliche Präsentationsprüfung auswählen.

Vor allem im Fach Mathematik sieht Böger Handlungsbedarf. Hier fielen die Noten besonders schlecht aus. Durchschnittlich erreichten die Schüler in diesem Fach eine Note von 3,7. Bei den Hauptschülern lag der Durchschnittswert sogar nur zwischen 4,5 und 5. Als Grund für das schlechte Abschneiden gilt, dass viele Schüler – besonders jene mit Migrationshintergrund – Schwierigkeiten hatten, die Textaufgaben zu verstehen.

Nach Auffassung der Berliner Oppositionsfraktionen machen die Ergebnisse die Versäumnisse der Berliner Schulpolitik deutlich. Die Grünen forderten einen besseren Mathematik-Unterricht. Die CDU kritisierte, vor allem die Gesamtschulen hätten „ein regelrechtes Desaster“ erlebt. Hier haben nur 70 Prozent der Schüler den Abschluss bestanden. Die Berliner IHK forderte den Senat auf, den eingeschlagenen Weg der Reformen fortzusetzen. „Es wäre falsch, sich jetzt durch die nur befriedigenden Ergebnisse entmutigen zu lassen“, sagte Hauptgeschäftsführer Jan Eder.

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