Politik : Zeitenwende

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Der 11. September 2001 hat die Welt verändert. Nicht in allen Belangen, aber doch in einigen wesentlichen. Die einstürzenden, im Staub versinkenden Türme des World Trade Centers sind für viele Menschen das Symbol einer Zeitenwende. Und nirgendwo wird der Einschnitt so deutlich wie beim Thema Terror. Seit jenem unfassbaren Dienstag vor zwei Jahren begleitet uns die Angst vor Zerstörung, vor Gewalt, vor Bomben, vor dem Tod. Ein Gefühl der Unsicherheit, der Bedrohung, das in den Jahren vor dem New Yorker Inferno im Alltag nur eine untergeordnete Rolle spielte. Wie real die Gefahr war und ist, wie sehr sie die Nachrichten der vergangenen zwei Jahre beherrschte und wohl weiter beherrschen wird, zeigt schon die Lektüre des Tagesspiegels. Zwischen dem 12. September 2001 und dem 10. September 2003 tauchten allein in den Überschriften 758 Mal die Begriffe „Terror“, „Anschlag“ und „Attentat“ auf. Von Kabul und Djerba bis Bali und Bagdad. Wortkombinationen wie „Bombenanschlag“ sind da noch nicht einmal berücksichtigt. Auch der Nahe Osten als „Terrorregion“ blieb bei der Zählung außen vor. Zum Vergleich: Von der Bundestagswahl am 27. September 1998 bis zum Vorabend des 11. September 2001 (also in einem deutlich längeren Zeitraum) verwendeten wir „nur“ 445 Mal diese drei Worte in Überschriften. Nackte Zahlen, sicherlich. Doch sie stehen für Furcht, Leid, Schrecken und unschuldige Opfer. Weltweit. Und für die Bedeutung, die wir alle dem jetzt beimessen müssen, zwangsläufig. Ch.B.

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