Zeitungsbericht : US-Militärs fassen Vergeltungsschlag in Libyen ins Auge

Der tödliche Anschlag auf das US-Konsulat in Libyen macht weiter Wirbel. Angeblich hatte die US-Regierung einen besseren Schutz abgelehnt. Das könnte peinlich werden für Obama. Plant das Militär jetzt einen Angriff?

Vier amerikanische Diplomaten kamen ums Leben als aufgebrachte Massen die Botschaft im libyschen Bengasi angriffen. Grund der Unruhen soll ein antiislamischer Film gewesen sein. Angesichts der Heftigkeit der Attacke gehen manche Beobachter aber von einem gezielten Anschlag durch Al-Kaida aus.
Vier amerikanische Diplomaten kamen ums Leben als aufgebrachte Massen die Botschaft im libyschen Bengasi angriffen. Grund der...Foto: dapd

Nach dem blutigen Anschlag auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi fassen US-Militärs nach Informationen der „New York Times“ einen Vergeltungsschlag ins Auge. Spezialeinheiten sammelten demnach Informationen für einen möglichen Angriff auf die Täter des Anschlags, bei dem am 11. September vier amerikanische Diplomaten getötet wurden. Zugleich klagt der Kongress an: Die Regierung von Präsident Barack Obama habe einen besseren Schutz für das Konsulat abgelehnt.

Eine mögliche Operation von Spezialeinheiten ziele auf eine Gefangennahme oder die Tötung der mutmaßlichen Täter ab, berichtete die Zeitung am Dienstag in ihrer Online-Ausgabe. Allerdings seien die Vorbereitungen noch in einem sehr frühen Stadium. Es sei noch keinerlei Entscheidung über eine mögliche Aktion gefallen, hieß es unter Berufung auf namentlich nicht genannte Regierungsbeamte.

Obama hatte unmittelbar nach dem Anschlag versprochen, die Verantwortlichen zur Verantwortung zu ziehen. Die US-Geheimdienste kamen unlängst zu dem Urteil, dass es sich entgegen ersten Annahmen um einen Anschlag von Terroristen mit möglichen Verbindungen zu Al-Kaida gehandelt habe. Das Konsulat wurde unter anderem mit Raketen beschossen und in Brand gesteckt.

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Die „New York Times“ schreibt, Obama habe bei einer Vergeltungsaktion in Libyen mehrere Optionen, darunter etwa Drohnenangriffe und Einsätze von Spezialeinheiten wie etwa bei der Tötung von Osama bin Laden im vergangenen Jahr in Pakistan. Denkbar seien auch gemeinsame Operationen mit libyschen Einheiten. Jede Aktion berge aber erhebliche militärische und politische Risiken.

Mehrere Kongressabgeordnete warfen Außenministerin Hillary Clinton am Dienstag vor, die Regierung habe mehrfach Bitten um verstärkten Schutz für das Konsulatsgebäude in Bengasi abgelehnt. Auch habe es bereits vor dem Angriff am 11. September eine Serie von Drohungen gegeben. „Dennoch wurden der Mission in Libyen diese Ressourcen aus Washington versagt“, schrieben die Vorsitzenden des Aufsichtskomitees im Kongress in einem Brief an Clinton. Die Kongressabgeordneten setzten für nächste Woche eine offizielle Anhörung zu dem Thema an. Das Außenamt in Washington nahm zu den Vorwürfen zunächst keine Stellung. „Wir sammeln derzeit alle Informationen zusammen, damit wir antworten können“, sagte eine Sprecherin. (dpa)

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