Zeitungsberichte : SPD: Gesine Schwan soll wieder gegen Köhler antreten

Medien berichten, dass sich in der SPD langsam die Denkrichtung in der Präsidentenfrage ändert: Sogar Kurt Beck soll sich für eine Kandidatur von Gesine Schwan aussprechen.

Gesine Schwan
Gesine Schwan. -Foto: ddp

Frankfurt/Main/MünchenDie SPD wird nach einem Pressebericht eine eigene Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten vorschlagen. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtete am Dienstag von den SPD-Plänen in ihrer Online-Ausgabe unter Berufung auf Hinweise der Führungen von Partei und Bundestagsfraktion: Zwar sei die Angelegenheit in der SPD noch nicht förmlich entschieden, die Meinungsbildung in den Gremien werde aber darauf hinauslaufen, dass der Parteivorsitzende Kurt Beck die Präsidentin der Europa-Universität Viadrina, Gesine Schwan, als Kandidatin der SPD vorschlagen werde.

Dies entspräche auch den Erwartungen des Parteivorstands, schreibt das Blatt. Die SPD-Führung hatte am Montag beschlossen, über eine mögliche eigene Kandidatin erst zu entscheiden, wenn Bundespräsident Horst Köhler sich zu einer zweiten Amtszeit geäußert hat. Es wird erwartet, dass Köhler seine Entscheidung über eine erneute Kandidatur noch vor der parlamentarischen Sommerpause bekannt gibt.

Köhler will bald eine Erklärung abgeben

Der Zeitung zufolge hieß es im Bundespräsidialamt, Köhler werde sich zwischen dem 23. Mai und dem 1. Juli erklären. Mittlerweile gebe es in einigen Parteien Unsicherheiten, ob Köhler angesichts der wahrscheinlich unklaren Mehrheitsverhältnisse in der Bundesversammlung überhaupt noch zu einer Kandidatur für die Wahl am 23. Mai 2009 bereit ist. Die FDP halte es dagegen für undenkbar, dass Köhler verzichtet.

Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete vorab, in der SPD-Führung wachse die Bereitschaft, Schwan zu nominieren. Zwar gebe es Bedenken gegen eine eigene Herausforderin für Köhler, weil es für sie keine sichere Mehrheit in der Bundesversammlung gebe. Auch wolle die SPD-Spitze eine Absprache mit der Linkspartei vermeiden. Man sehe Probleme, der Öffentlichkeit zu erklären, warum die SPD den populären Köhler abwählen wolle. Andererseits wisse man nicht, wie man Partei und Vorstand einen Verzicht auf eine SPD-Kandidatin plausibel machen könne. (mpr/ddp)

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