Zentralabitur : Zöllner will Unterricht angleichen

Der Vorsitzende der Kultusministerkonferenz Jürgen Zöllner möchte Vergleichsarbeiten in unteren Klassenstufen einführen. Diese seien die nötige Voraussetzung für das Zentralabitur.

BerlinDer Vorsitzende der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK), Berlins Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD), setzt im Streit um einheitliche Bildungsstandards zunächst auf Vergleichsarbeiten einzelner Klassenstufen. Damit könne Transparenz geschaffen werden, sagte der SPD-Politiker am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". Er sei auch nicht prinzipiell gegen ein bundesweites Zentralabitur, wie es jetzt von mehreren Bundesländern gefordert wird.

Wenn die Leistungen der Abiturienten vergleichbar sein sollten, dann müssten erst die Inhalte und der Unterricht vergleichbar gemacht werden. "Der Unterricht wird nicht dadurch vergleichbar, wenn sie in einen ganz kleinen Bereich nachträglich prüfen. Das ist höchstens das Tüpfelchen auf dem I, aber wir müssen den Strich darunter erst einmal realistisch und zielgerichtet angehen", forderte Zöllner.

Der KMK-Chef warnte zugleich vor einer möglichen Kürzung der Stundenzahl bis zum Abitur. Dies sei nicht automatisch mit einer Qualitätsverbesserung verbunden. "Wir brauchen eher eine bessere statt eine schnellere Ausbildung", sagte Zöllner. Deshalb setze er auf die Bildungsstandards, die bis 2010 in allen Ländern durchgesetzt werden sollen. Die Kultusministerkonferenz will sich im Herbst mit dem Vorstoß aus Baden-Württemberg zu einem deutschlandweiten Zentralabitur befassen. (mit ddp)

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