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Zentralafrikanische Republik : Deutschland bietet Hilfe an

Deutschland will Frankreich und die Afrikanische Union bei ihrem Einsatz in der Zentralafrikanischen Republik unterstützen. Deutsche Maschinen sollen Truppen und Gerät transportieren. Eigene Soldaten sollen aber nicht in das Krisenland entsandt werden.

Eine französische Patrouille in Bangui.
Eine französische Patrouille in Bangui.Foto: Reuters

Nach der Zustimmung des UN-Sicherheitsrats zu einer stärkeren Militärpräsenz in der Zentralafrikanischen Republik bereitet sich auch Deutschland auf eine
mögliche Unterstützung vor. Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums sagte am Freitag in Berlin, man bereite sich auf eine mögliche Anfrage aus Paris zur
Unterstützung des französischen Truppeneinsatzes in dem afrikanischen Land vor. Falls gewünscht, könnten bis zu fünf Airbus-Maschinen
des Typs A 310 für Transporte zwischen Frankreich und einem noch zu bestimmenden Nachbarland der Zentralafrikanischen Republik
bereitgestellt werden.

Die Flugzeuge seien für den Personentransport, teils aber auch für Gütertransport und Luftbetankung ausgelegt, sagte der Sprecher.
Eine Zustimmung des Bundestages sei nicht nötig, da sich der Einsatz „weit außerhalb bewaffneter Konflikte“ abspiele. Frankreich ist
schon mit rund 650 Soldaten vor Ort, im benachbarten Kamerun stehen etwa 350 bereit. Der UN-Sicherheitsrat hatte der Afrikanischen Union zuvor das Mandat erteilt, rund 3.600 Soldaten in den Krisenstaat zu entsenden.
Frankreich darf die AU-Mission unterstützen und ist zur Entsendung von etwa 1.200 Soldaten bereit. Die Europäische Union will den
Militäreinsatz finanziell unterstützen. Über die Höhe der Mittel müsse noch entschieden werden.

In den vergangen Tagen hatten die Konflikte in der Zentralafrikanischen Republik zugenommen. Eine wachsende Zahl Bewaffneter zieht
marodierend durch das Land. Zunehmend kommt es zu Kämpfen zwischen christlichen und muslimischen Milizen. Etwa zwei Drittel der
rund 4,6 Millionen Zentralafrikaner sind Christen, ein Drittel Muslime. Die beiden Religionsgruppen haben bisher friedlich miteinander
gelebt. Rund ein Zehntel der Bevölkerung ist inzwischen auf der Flucht. epd

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