Zentralasien : Berichte über neue Unruhen in Usbekistan

Einen Tag nach den schweren Unruhen in der usbekischen Stadt Andischan mit vielen Toten ist es nach Medienberichten zu weiteren Ausschreitungen in der Krisenregion gekommen.

Taschkent/Moskau (14.05.2005, 22:41 Uhr) - In der Stadt Karassu an der Grenze zu Kirgisien steckten Demonstranten am Samstag unter anderem eine Polizeistation sowie ein Zollamt in Brand, wie die Agentur Interfax unter Berufung auf Informanten aus der Stadt meldete.

In der Stadt herrsche große Sorge, dass das Militär erneut unter Einsatz von Schusswaffen die versammelten Menschen auseinander treiben könnte. Am Freitagabend hatten Sicherheitskräfte einen Aufstand in der Provinzhauptstadt Andischan niedergeschlagen und dabei nach Berichten von Menschenrechtlern mehrere hundert Menschen erschossen. Die Behörden sprachen offiziell von einer deutlich niedrigeren Opferzahl, ohne konkrete Angaben zu machen.

Das Innenministerium in der Hauptstadt Taschkent teilte mit, sowohl in Andischan als auch in der Grenzstadt Karassu sei die Lage stabil. «Überall ist es ruhig. Es wir nicht geschossen», sagte ein Sprecher des Ministeriums.

Mehrere hundert Usbeken waren nach dem Blutbad in Andischan in das benachbarte Kirgisien geflohen. In der südkirgisischen Stadt Osch teilten Regierungsvertreter mit, die teilweise verletzten Flüchtlinge seien mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgt worden. (tso)

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