Politik : Zeuge belastet Helfer von Pfahls

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Hamburg/Augsburg Bei den Ermittlungen gegen den Lobbyisten und Geschäftsmann Dieter Holzer wird der Verdacht der Fluchthilfe für Ex-Rüstungsstaatssekretär Ludwig-Holger Pfahls angeblich durch Zeugenaussagen aus Frankreich gestützt. Insbesondere die Aussage des mitbeschuldigten französischen Geschäftsmanns Raymond Le Grand belaste Holzer, berichtete das Nachrichtenmagazin „ Spiegel“ am Samstag vorab. Holzer werde verdächtigt, zumindest die letzten 19 Monate der mehrjährigen Flucht des Ex-Staatsekretärs organisiert und finanziert zu haben.

Le Grand sagte aus, er habe für Pfahls über Zeitmietverträge mehrere Wohnungen und Häuser in Paris und in der Bretagne gemietet. Die Miete habe er von Pfahls erhalten. In den 19 Monaten des Aufenthalts in Frankreich sei ein hoher fünfstelliger Betrag zusammengekommen. Wer für den Unterhalt von Pfahls bezahlt habe, wisse er nicht.

Dennoch begründet die Aussage des Franzosen dem Bericht zufolge den Verdacht der Staatsanwaltschaft, dass Holzer bei der Fluchtfinanzierung eine wichtige Rolle gespielt haben könnte. Le Grand habe über Geldprobleme von Pfahls im März 2003 berichtet. Nachdem Holzer darüber informiert worden sei, habe ein Unbekannter einen Umschlag mit 200 000 Euro für Pfahls nach Paris gebracht.

Pfahls war im Juli vergangenen Jahres nach fünfjähriger Flucht in Paris festgenommen und im Januar nach Deutschland ausgeliefert worden. Nach seinem Geständnis, rund 1,9 Millionen Schmiergeld für Rüstungsgeschäfte von dem Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber angenommen und nicht versteuert zu haben, befand das Augsburger Landgericht den 62-Jährigen der Vorteilsannahme im Amt für schuldig. Das Gericht verurteilte Pfahls Mitte August zu zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis. Nach der Verbüßung der halben Haftstrafe am 1. September war er frei gelassen worden.

Holzer, ein früherer Kontaktmann des Bundesnachrichtendienstes, war als Zeuge im Pfahls-Prozess vernommen worden und hatte eingeräumt, zu Pfahls während dessen Flucht telefonisch Kontakt gehabt zu haben. Ein Pariser Gericht hatte ihn im März zu 15 Monaten Haft wegen Beihilfe zur Veruntreuung von Vermögen des französischen Ölkonzerns Elf Aquitaine verurteilt. Holzer gilt als guter Vertrauter des früheren Rüstungsstaatssekretärs.ddp/dpa

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