Politik : Zeuge: Motassadeq war in Terrorpläne eingeweiht

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Hamburg Im zweiten Prozess gegen den Terrorverdächtigen Mounir al Motassadeq hat ein Zeuge dem Hamburger Oberlandesgericht bizarre Geschichten präsentiert. Ex-Gastwirt Roger L. sagte, neun Monate vor den Anschlägen des 11. September 2001 hätten in seinem Lokal in St. Pauli die späteren Selbstmordpiloten Mohammed Atta, Marwan al Shehhi und Ziad Jarrah sowie Motassadeq und vier weitere Personen Terrorpläne angedeutet. Der Zeuge klagte, er sei von Polizei, Bundeskriminalamt und Bundesnachrichtendienst nicht ernst genommen worden.

Trotz vieler Widersprüche bei Vernehmungen des Mannes nahm sich der 4. Strafsenat mehrere Stunden Zeit, um L. zu befragen. Im ersten Prozess war der vorbestrafte und längere Zeit psychiatrisch behandelte L. nicht geladen.

An dem Abend kurz nach Neujahr 2001 habe Atta erzählt, er sei Pilot und in Amerika ausgebildet worden, so der einstige Betreiber der Bar „Tapas y Tapas“. Al Shehhi habe gesagt, er und Jarrah würden sich in den USA auch zu Piloten ausbilden lassen. Als das Gespräch auf den Konflikt zwischen Israelis und Palästinenser gekommen sei, habe al Shehhi behauptet, „irgendwann kriegt jeder seine Strafe“. Da sei Atta aufgesprungen und habe gerufen, „we will destroy the symbols“. Roger L. will später auf der Toilette al Shehhi gefragt haben, was Atta meinte. Al Shehhi habe auf einen Roman des Schriftstellers Tom Clancy verwiesen. Darin steuert ein japanischer Terrorist eine entführte Boeing 747 ins Kapitol. Motassadeqs Verteidiger Gerhard Strate sprach von „fantasieerfüllter Wahrnehmungsstörung“. fan

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